Mindestlohn: Streit um Altersgrenze

Am von Arbeitsministerin Nahles geplanten Mindestalter von 18 Jahren für den gesetzlichen Mindestlohn wird kräftig gerüttelt. Der Koalitionspartner CDU will das Mindestalter auf 23 Jahre heraufsetzen.

Am von Arbeitsministerin Andrea Nahles geplanten Mindestalter von 18 Jahren für den gesetzlichen Mindestlohn wird kräftig gerüttelt. „Für manchen Jüngeren ohne Berufsausbildung könnte da der schnelle Euro in einem Aushilfsjob verlockender sein als eine solide Ausbildung“, sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Deshalb sollten wir bei der Gesetzgebung im Bundestag noch einmal in Ruhe darüber diskutieren, ob der Mindestlohn nicht doch eher ab 23 Jahren greifen sollte.“

Dem Spiegel zufolge könnte die Altersgrenze schon in der Ressortabstimmung des ersten Gesetzentwurfs wanken. Die Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD hätten bei ihrem Spitzentreffen am Dienstag vereinbart, dass die Bundesministerien in der Abstimmung prüften, ob der Mindestlohn ab einem höheren Alter gelten solle, berichtete das Magazin.

Nahles hatte den Entwurf am Mittwoch an ihre Kabinettskollegen verschickt. Darin ist vorgesehen, dass junge Menschen ohne Ausbildung bis zum Alter von 18 Jahren keinen Anspruch auf den ab 2015 geplanten Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro in der Stunde haben. Das Kabinett soll den Gesetzentwurf am 2. April auf den Weg bringen. Die Verabschiedung durch den Bundestag ist für den 4. Juli geplant. Danach soll das Gesetz durch den Bundesrat.

Der Mindestlohn wird nach Worten von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann die Kaufkraft um Milliarden stärken. „Der Mindestlohn wird die größte Lohnerhöhung, die vier Millionen Menschen jemals in ihrem Leben bekommen haben“, sagte Oppermann am Samstag in Berlin zum Abschluss einer zweitägigen Fraktionsklausur. „Ich bin ganz sicher, dass das auch die Wirtschaft in Deutschland zusätzlich ankurbeln wird.“

Kommentare

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  1. wolfgang sagt:

    Warum nicht 65 als Mindestalter annehmen. Dann ist die Reform ad adsurdum geführt.

  2. syssiphus sagt:

    Der Mindestlohn ist doch schon flächendeckend im Bundestag eingeführt worden,nur im Rest des Landes noch nicht,aber das wird schon noch in ca. 100 Amtszeiten.Schwarzarbeiter scheint es dort auch überdurchschnittlich zu geben.

  3. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    Julia Gloeckner:

    will nur den Mindestlohn fuer Bewerber mit Ausbildungsabschluss!
    Ja, wenn ein freigesprochener Maurergeselle fuer 8.50 Euro/h arbeiten soll, dann ist er gezwungen, einen mehr oder weniger legalen Nebenverdienst zu suchen, so wie die Abgeordneten im Bundestag!

    Diese ueber 3 Mio Nebenjobs, die Leute bekleiden sollten besser freigehalten werden nur fuer diese BEschaeftigten im Oeffentlichen Dienst, die sich nicht selbstopfernd kaputtschuften im 1. Job. Das ist allemal sozialer als zu versuchen den ETAT & somit den Steuerzahler mit mindestens 5,5 Mrd p.a. an Zusatzkosten durch unangebrachte Lohnforderungen zu belasten!

    Die Abgeordneten haben ja auch jede Menge Zeit, lukrativen Nebenjobs nachzugehen.

  4. Alex sagt:

    Ich bin ganz sicher, das am Ende im Wesentlichen die Menschen vom Mindestlohn ausgenommen sind, die auch jetzt schon drunter verdienen.
    Was für eine Farce.