Schweizer Solar-Unternehmen rutschen in die roten Zahlen

Maschinenhersteller Meyer Burger und SMA Solar machen Verluste in der Solarindustrie. Die Nachfrage in der Schweiz ist im vergangenen Jahr um die Hälfte eingebrochen. Meyer Burger will mit neuem Kapital aus Aktien durchstarten. SMA Solar versucht, durch Investitionen zu punkten.

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Die Krise in der Solarindustrie hat dem Schweizer Maschinenhersteller Meyer Burger zum zweiten Mal in Folge einen Verlust eingebrockt. Trotz einer Kostensenkung um rund 100 Millionen Franken stieg der Jahresverlust 2013 um knapp 50 Prozent auf 163 Millionen Franken, wie die Firma am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sank um zwei Drittel auf 203 Millionen Franken. Neue Aufträge für Silizium-Spezialsägen und Maschinen zur Herstellung von Solar-Panels kamen erst gegen Jahresende und wurden nicht mehr umsatzwirksam. Insgesamt stieg der Auftragseingang um 29 Prozent auf 288 Millionen Franken.

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres holte Meyer Burger Aufträge über 42 Millionen Franken herein. Im Laufe des Jahres rechnet die Firma mit zusätzlichen Aufträgen für Modernisierung und den Ausbau von Produktionskapazitäten bei Kunden. Bereits 2013 habe sich die Kapazitätsauslastung bei großen Solarzellen-Herstellern wieder deutlich verbessert. Zudem bestehe eine gute Pipeline an langfristigen Großprojekten in neuen Märkten, „von denen das eine oder andere Projekt zu einem Vertragsabschluss gelangen kann“.

Kurzfristig will die Firma durch die Platzierung von 4,8 Millionen Aktien zu neuem Geld kommen. Credit Suisse und UBS sind dabei, die Titel zu platzieren. Der Platzierungspreis soll voraussichtlich am Donnerstag bekanntgegeben werden. Am Freitag sollen die Titel bereits an der Börse gehandelt werden. Die bestehenden Aktionäre erhielten kein Bezugsrecht. Die Meyer Burger-Aktie, die am Jahresende bei 10,50 Franken stand, schloss am Mittwoch mit 16,45 Franken um fast drei Prozent höher.

Der Solartechnikkonzern SMA Solar hat im vergangenen Jahr Analystenschätzungen zufolge seine Verluste ebenfalls ausgeweitet. Ein Einbruch der Nachfrage und Restrukturierungsaufwendungen hatten den Konzern 2013 belastet. Der Vorstand räumte im Herbst ein, dass die Geschäfte schlechter liefen als geplant und er daher einen hohen Verlust erwarte. SMA will am Donnerstag über die Entwicklung im vergangenen Jahr berichten.

Durch den starken Nachfragerückgang in Europa und den hohen Preisdruck reduzierte sich der Umsatz von SMA im Berichtszeitraum um 36,3 Prozent auf 932,5 Millionen Euro (2012: 1,5 Mrd. Euro). „SMA konnte in so kurzer Zeit den Nachfrageeinbruch in Europa nicht durch die seit vielen Jahren verfolgte Internationalisierung kompensieren“, teilte der Konzern nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes mit. Insbesondere in den Wachstumsmärkten China und Japan, die hohe Eintrittsbarrieren aufweisen, steht SMA noch am Anfang der Markterschließung.

„Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mussten wir aufgrund des dramatischen Markteinbruchs in Europa einen hohen Jahresfehlbetrag verbuchen. Der SMA Vorstand hat trotz dieser schwierigen Situation nicht die Investitionen in die Technologieentwicklung reduziert“, sagte SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Das Unternehmen steckt über 100 Millionen Euro in die Entwicklung neuer Produkte.

 

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