Politik diskutiert über Alternativen zum russischen Erdgas

Kanzlerin Merkel will aufgrund der Ukraine-Krise die Energie-Abhängigkeit von Russland verringern. Die USA und Kanada haben sich bereits als alternative Gas-Lieferanten ins Gespräch gebracht. Doch die Grünen warnen vor deren „dreckigen Fracking-Methoden“.

Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel angestoßene Debatte über eine Verringerung der Energie-Abhängigkeit von Russland zieht Kreise. Die Grünen warfen Merkel vor, sie selbst habe die Abhängigkeit von Russland verstärkt. Auch aus der Wirtschaft kamen kritische Stimmen.

Auslöser der Diskussion ist das Vorgehen Russlands in der Ukraine. Merkel hatte nach einem Treffen mit dem kanadischen Regierungschef Stephen Harper angekündigt: „Es wird eine neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik geben.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte daraufhin unterstrichen, es gebe zu den russischen Erdgas-Importen keine Alternativen. Sie machen etwa ein Drittel der deutschen Gas-Einfuhren aus. Am Dienstag trifft Merkel die 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer zu einem Energiegipfel.

Die nordrhein-westfälische Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) forderte Merkel am Samstag auf, beim Energiegipfel in der kommenden Woche ihre Pläne zu erläutern. Der „Welt am Sonntag“ sagte sie, sie wolle von Merkel erklärt bekommen, was sie konkret meine: „Denn wir befinden uns mit der Energiewende ja gerade in einer grundlegenden Veränderung des Energiemix in Richtung erneuerbare Energien.“

Grünen-Chefin Simone Peter sprach von einem „Treppenwitz der Geschichte“. Schließlich habe Merkel die Abhängigkeit des Landes von Energieimporten verstärkt. Peter warnte davor, von russischem Gas auf Schiefergas aus den USA umzusteigen, das mit „dreckigen Fracking-Methoden“ gewonnen werde. Stattdessen sollten Energie-Partnerschaften mit mehreren Ländern eingegangen werden, zum Beispiel mit Nordafrika, wo etwa Algerien Gas liefern könne.

Sowohl Kanadas Premier Harper als auch US-Präsident Barack Obama hatten ihre Länder als alternative Lieferanten für Europa ins Gespräch gebracht. Merkel hatte nach dem Gespräch mit Harper auch betont, teilweise fehle die Infrastruktur für andere Importwege und davon gesprochen, es gehe ihr um „langfristige Orientierungen“.

Post-Chef Frank Appel sagte der Zeitung „Die Welt“: „Ob eine Abhängigkeit vom Nahen Osten oder Venezuela besser ist als die von Russland, erscheint mir zumindest fraglich.“ Gabriel hatte betont, Russland habe Lieferverträge selbst in Zeiten des Kalten Krieges stets eingehalten.

Kommentare

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  1. biersauer sagt:

    Gas und alle fossilen Rohstoffe werden durch Verbrennung verschwendet und sind unwiederbringlich verloren. Dagegen wird die Solarenergie missachtet und lediglich zum AUfhezen unserer Umwelt verwendet. Peak oil macht sich bereits bemerkbar und Saudi hat schon abnehmende Förderraten beim Erdöl und bei Shalegas wird das noch rascher gehen.

  2. fan sagt:

    Putin JA oder NEIN..? Das ist doch gar nicht die eigentliche Frage..! Die Kriegs-Treiber und Unruhe-Stifter sind die Polit-USA und im devoten Gefolge die €U und Deutschland.
    Die Amerikaner zu Hause sprechen selber von der „Pittbull-Politics“, einer Politik, die anderen an die Kehle will, mit fletschenden Zähnen und ohne Hirn. So wie im „Wilden-Westen“, Faust-Recht, High-Noon und „Rauchende-Colts“..!
    Wenn es nur die Ukraine wäre, aber es sind ja x-Länder, in denen die US-Polit-Geheiheimdienste für Unruhen und Gewalt-Proteste sorgen. Und die jetzt regierenden Politiker in der Ukraine sind in großer Zahl Oligatchen, üble Gauner und dubiose Elemente, die schon auf die IWF-, €U- und andere Gelder warten, damit sie auf Umwegen in deren Taschen fließen, und das „blöde“ Volk merkt gar nicht, wie es veralbert wird. Und wenn es das merkt, gibt es Aufstände, die dort etwas anders ablaufen als bei uns – und dazu sage ich entschieden NEIN..!
    Dies vorausgeschickt, ist es doch unbegreiflich, ja unfassbar, wie man eine Jahrzehnte-lange und zuverlässige Energie-Versorgung durch Russland auf’s Spiel setzen will..!

  3. Heiner Hannappel sagt:

    Wir leben seit dem kältesten Krieg schon in einer Abhängigkeit von Russland!
    Zuverlässig wurden wir immer bedient und die ehemalige Sowjetunion wie heute auch Russland waren immer vertragstreu!
    Obama sprach kürzlich ein Junktim zwischen einer eiligen Unterzeichnung der geplanten Freihandeszone und einer ersatzweisen Übernahme der Öl und Gaslieferungen durch die USA und Kanada , wenn diese denn von Russland gedrosselt werden sollten aus. Hier droht Europa und ganz gewiss Deutschland eine Energieabhängigkeit, welche in einer politischen Abhängigkeit münden wird. Haben wir durch die NSA nicht erfahren, wie die USA mit Verbündeten umgehen?Abgesehen davon , dass ich das Freihandelsabkommen TTIP ablehne,da es unsere Standards illusorisch machen wird, wünsche ich mir ein souveränes Europa, welches nicht bei jeder Gelegenheit seine Souveränität im Weissen Haus abgibt.
    Russland hat ein riesengroßes Interesse an wirtschaftlichen Partnerschaften mit der deutschen und europäischen Industrie, weil seine unterentwickelt ist. Bei einer beiderseitigen Interessenlage kann ich hier keine Abhängigkeiten sehen, da wir in der Welt von allem und jedem abhängig sind. Wir sollten es uns reichlich überlegen, ob wir Bewährtes einer neuen Abhängigkeit opfern wollen nur um wegen der Ukraine mit stumpfen Schwertern zu rasseln. Putin ist ein kühler Stratege, welcher bei der krim seine Chance wahrnahm.Er ist gewiss von einem lupenreinem Demokraten weit entfernt und entspricht so ganz und gar nicht unseren Vorstellungen eines Demokraten. Doch haben wie die USA einmal kritisch zur Rede gestellt , wenn diese einmarschierten wo sie es wollten und außer in Deutschland 1945 überall nur Chaos hinterließen?
    Heiner Hannappel
    Koblenz
    heiner.hannappel(at)gmx.de

  4. Manfred Corte sagt:

    … die Abhängigkeit vom „Russen-Gas“ kann man am schnellsten verringern – wenn die Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen …. das ist die Absicht dahinter. Die „ungefährliche, billige“ Atomkraft-Energie soll uns durch ein Zurückdrehen der Energiewende wieder aufs Auge gedrückt werden … Da kommt die Krim-Krise der Atomlobby gerade recht! Schließlich ist es ein Notstand und Notfall und wir müssen die Energielücke unbedingt durch Atomstrom schließen! Das Drumherum ist nur Theater und Ablenkung …..

  5. Windbeutel sagt:

    Klar doch und wir legen einfach einen dicken Schlauch durch den Atlantik nach Deutschland und klemmen hier unsere Heizungen und Herde daran an.

    Kindern würde man erklären warum das Unsinn ist, aber Erwachsenen, denen offenbar Kriegstreiberei und Hörigkeit gegenüber einem Verbrecheregime zur Religion geworden ist, kann das niemand.

    Dummheit ist eine Seuche.

  6. Wolfgang Kolberg sagt:

    Naja, die totale wirtschaftliche Unabhängigkeit ist ein Traum. Der letzte Deutsche, der das versuchte starb 45. Es ist eine Illusion, es sei denn man erobert halb Europa. Bleiben wir aber bei friedlichen Mitteln, bleibt eben nur der Tauschhandel. So siehts halt aus.

    Klar sind USA und Russland so ein wenig die Skylla und Charybdis. Aber letztlich kann man mit den USA irgendwie reden, und was sie mit Geld und ohne Truppen erreichen können, tun sie. Bei Russland sind die Mittel relativ klar auf Truppen begrenzt. Der Ami kauft uns, der Russe erobert uns. Das ist nur die Wahl. Oder eben wieder Weltreich.

  7. Merkels abgekartetes Spiel sagt:

    Merkel will auf Teufel komm raus die Russen aus EU- Staaten vertreiben. Dadurch wird einen künstlich Energie/wirtschaftlichen Notstand in D/EU ausgelöst und Merkel wird die Toren für den Freiheitsabkommen mit den USA und für den Frackig Gas öffnen. Natürlich wird diese Massnahme „alternativlos“ sein .

  8. Signorita sagt:

    Ich kann nur sagen geht’s noch.
    Lies bitte hier: http://guidograndt.wordpress.com/2014/03/28/die-masken-fallen-danke-klitschko-co-fur-soziales-elend-steuererhohungen-rentenkurzungen-und-preissteigerungen/ was den Ukrainern in der EU Machine nun blühen wird.

    Diese Seite ist es wert !

  9. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    Frage:
    Warum koennen wir nicht den billigen ,ueberschuessigen Strom nutzen, um Kalzium-Karbid kostenguenstig herzustellen!
    Kalzium Karbid koennte dann nach Umwandlung mit Wasser als Azetylen-Gas zum Heizen eingesetzt werden!
    Der entstehende Kalk kann als Duenger genutzt werden!
    Der Brennwert vom Azetylen [C2H2] ist jedenfalls mit ~ 15500 kWh/ cubic-meter
    weitaus hoeher als fuer Russengas ( ~ 11400 kWh/cubic meter)!

    erbitte Antworten hierzu, danke!

  10. Swen sagt:

    Dann sind wir abhängig von den Amis…. Ob das für uns die bessere Wahl ist ?!?!? … Wohl kaum !