Familienunternehmen fordern Energie-Reform und Bürokratie-Abbau

Der Wirtschafts-Standort in Deutschland verliert an Attraktivität. Familienunternehmer wollen ihre Investitionen erhöhen, befürchten aber, dass die große Koalition die Energiekosten nicht in den Griff bekommt und Bürokratie-Hürden nicht abgebaut werden.

Die Unsicherheiten über Belastungen durch die Energiewende trüben das Urteil der großen deutschen Familienunternehmen über den Wirtschaftsstandort Deutschland. In einer vom BDI und der Deutschen Bank in Auftrag gegebenen und am Dienstag veröffentlichten Umfrage sprachen 58 Prozent der befragten 400 Firmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz von einer guten oder sehr guten Wirtschaftslage.

Daher wollen rund 40 Prozent die Investitionen im laufenden Jahr weiter erhöhen. Für Industriebetriebe bedeutet das hohe Ausgaben bei Sachanlagen. Allerdings fürchtet mit 47 Prozent fast die Hälfte, dass wegen der Wirtschaftspolitik der schwarz-roten Koalition der Wirtschaftsstandort Deutschland an Attraktivität verliert. Knapp 60 Prozent der befragten Firmen sind Industriebetriebe (mehr hier).

Zwei Drittel der Familienunternehmer sehen in den Energiekosten den größten Belastungsfaktor für den Wirtschaftsstandort. Fast die Hälfte der befragten Familienunternehmen befürchtet dabei, dass die Energiewende zum deutlichen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz im Ausland wird. Nahezu jedes dritte große Familienunternehmen hält es sogar für denkbar, in den nächsten zwei Jahren Arbeitsprozesse wegen der Energiewende ins Ausland zu verlagern:

„Im Hinblick auf den aktuellen Koalitionsvertrag bemängeln 70 Prozent der befragten Unternehmen die fehlende Absenkung der Lohnnebenkosten. Außerdem rechnen 81,6 Prozent der Familienunternehmer zukünftig mit weiteren Steuer-und Abgabenerhöhungen. Die Regierung hat hier eine Chance verpasst, mit der Absenkung der Lohnnebenkosten die Wettbewerbsfähigkeit der Personal- und Arbeitskosten in Deutschland weiter zu verbessern“, heißt es in der Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn.

Auch die im Koalitionsvertrag vorgesehene Neuregelung der Leiharbeit wird von 37,1 Prozent der größten Familienunternehmen als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ gesehen. Beim Mindestlohn gaben mehr als drei Viertel der großen Familienunternehmen an, eine übertarifliche Bezahlung als personalpolitisches Instrument einzusetzen. Nahezu 30 Prozent der Familienunternehmen sehen den Mindestlohn für ihr Unternehmen als kritisch an (mehr hier).

Für die Krankenkassen-Reform konnte eine Anhebung des Arbeitgeber-Anteils an den Sozialbeiträgen zwar verhindert werden (hier). Die geplante Rente mit 63 verschafft den Arbeitgebern jedoch Kopfzerbrechen. Der BDI befürchtet, dass die Sozialkosten mit der Rentenreform über eine kritische Schwelle steigen könnten (mehr hier).

Im vergangenen Jahr investierten die größten Familienunternehmen 5 Prozent ihres Jahresumsatzes in Sachanlagen. Mehr als drei Viertel der Investitionssumme floss in Investitionsprojekte innerhalb Deutschlands. Ziel der Investitionen waren vorrangig Ersatzbeschaffungen (35,9%) und Kapazitätserweiterungen (29,6%). Rund zwei Drittel der Investitionen in Sachanlagen wurden im Jahr 2013 aus eigenen Mitteln finanziert. In den letzten zwei Jahren haben rund 60 Prozent der Familienunternehmen vermehrt ihren Cashflow als Finanzierungsquelle genutzt. Gleichzeitig stärkten 52,0 Prozent der Unternehmen ihre Liquiditätsreserven.

Während der Krise haben sich die Familienunternehmen finanziell gut aufgestellt, Eigenkapital erhöht und die konjunkturelle Schwächephase mit Optimierungen überwunden (mehr hier). Nun fordern sie neue Rahmenbedingungen, damit sie weiterhin wachsen können: 68,9 Prozent der größten Familienunternehmen haben in den letzten zehn Jahren externes Wachstum generiert. Das geschieht vor allem durch den Kauf von kleineren Unternehmen aus der gleichen Wertschöpfungskette.

80 Prozent der Familienunternehmen sind im Export tätig:

„Eine differenzierte Betrachtung nach Wirtschaftsbereichen zeigt große Unterschiede. Mit einer durchschnittlichen Exportquote von rund 40 Prozent im Jahr 2013 setzten vor allem die industriellen Familienunternehmen einen großen Teil ihrer Umsätze im Ausland um. Mehr als zwei Drittel der industriellen Unternehmen wiesen eine Exportquote von 25 Prozent und mehr auf.“

Jedes zweite industrielle Familienunternehmen gab an, dass die Eurokrise die eigene Geschäftstätigkeit belastet, während dies im Handel und im Dienstleistungssektor bei rund jedem dritten Unternehmen der Fall ist.

Kommentare

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  1. Franz Mlynek sagt:

    dieses gejammere dieser firmen geht mir auf den nerv. sie verdienen sich dumm und dusselig und der kleine mann bekommt einen Hungerlohn. auch das gejammere um
    den Mindestlohn ist doch ein hohn.von diesem Mindestlohn kann doch keiner leben.
    der kleine mann sollte sich überlegen wer ihm dies antut und bei Gelegenheit alles , mit
    zins und zinsesins zurückgeben.

    • tka sagt:

      solche Meckerbolzen wie Sie würde ich sofort entlassen, da Sie das ganze Betriebsklima schädigen. Im Übrigen gibt es bei uns auch keinen Betriebsrat oder sonstigen Gerwerkschafts-Müll und es funktioniert wunderbar.
      Es ist doch Ihr eigenes Problem wenn Sie nicht die Möglichkeit haben Ihren Lebensunterhalt zu verdienen, oder wegen ihrer Ausbildung nur Billiglohn-Jobs verrichten können bzw ihre Arbeitskraft teurer zu verkaufen.
      Machen Sie sich doch selbständig und gründen ein Unternehmen. Aber dazu sind Sie vermutlich nicht in der Lage oder wollen nicht. Ist halt schön 7-8 Stunden am Tag arbeiten und danach Holiday machen.
      Und der Mindestlohn ist nur ein Eingriff der Politik um Wählerstimmen zu fangen. Überall da wo die Politik in die Wirtschaft eingreift werden die Probleme größer.

  2. ronaldi sagt:

    bürokratieabbau hat in DE schon immer gut funktioniert. Für einen zu entfernenden DIN A4 Ordner werden – um die neuen regelungen unterzubringen – 2 neue ordner benötigt. Sprich, es gibt dann 1 ordner mehr auf der welt.
    Das nennt sich wirtschaftswachstum!

  3. Swen sagt:

    Wer braucht denn noch die Wirtschaft ???

    Wir haben doch die grünen Gutmenschen und die EU-Politiker. Wir müssen nur mehr verteilen, dann wird alles gut….