Verdi stimmt der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst zu

Die Einigung im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sieht eine Steigerung des Gehalts für 2014 um 3 Prozent vor. Im nächsten Jahr sollen Gehälter erneut um 2,4 Prozent anwachsen. Die Tarifkommissionen stimmen dem Vorschlag in Potsdam zu

Die 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen bekommen einen deutlichen Gehaltszuwachs. Arbeitgeber und Gewerkschaften verständigten sich am Dienstag in Potsdam auf eine Steigerung der Bezüge in diesem Jahr um 3 Prozent. Jeder Arbeitnehmer soll zugleich aber mindestens 90 Euro pro Monat zusätzlich in der Tasche haben. Für das kommende Jahr ist eine weitere Anhebung um 2,4 Prozent geplant. Die Tarifkommissionen von Verdi und dem Beamtenbund stimmten der Einigung der Spitzengruppe unter Leitung von Innenminister Thomas de Maiziere und Verdi-Chef Frank Bsirske am Abend zu.

Weitere Streiks etwa in Kindertagesstätten oder an Flughäfen sind damit vom Tisch (mehr hier).

Die Gewerkschaften hatten ursprünglich 3,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten gefordert. Besonders wichtig war ihnen ein zusätzlicher Sockelbetrag von 100 Euro im Monat, über den bis zuletzt heftig gerungen wurde. Diese soziale Komponente sollte vor allem Geringverdienern unter die Arme greifen, die überproportional profitieren würden. Bei den niedrig bezahlten Berufen geht es vor allem darum, sie für Einsteiger attraktiv zu machen. Die Arbeitgeber stehen bei diesen Jobs nicht zuletzt in Konkurrenz zur privaten Wirtschaft.

Die dritte Verhandlungsrunde war am Montagmittag gestartet. Vor Beginn hatten sich beide Seiten kompromissbereit gezeigt. Ohne Zustimmung hätte eine Schlichtung einberufen werden müssen. Unbefristete Streiks, die weite Teile des öffentlichen Lebens lahmlegen können, wären dann wahrscheinlich. Vergangene Woche waren von Warnstreiks bundesweit neben Kitas, Bürgerämtern, Schwimmbädern und Müllabfuhren auch die großen Flughäfen betroffen. Rund 200.000 Beschäftigte beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben daran.

Insgesamt hatten die Lohnforderungen von Verdi ein Plus von rund sieben Prozent bedeutet. Bund und Kommunen hatten dies als überzogen bezeichnet und auf die Gefahr der Auslagerung von Jobs hingewiesen.

Kommentare

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  1. ratlos sagt:

    Was die von Schäuble in Aussicht gestellte Haftungskaskade für die deutschen Sparer bedeuteten wird. Aktuell und absolut lesenswert: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/174/2014-mit-der-haftungskaskade-beginnt-der-raubzug-gegen-unser.php

  2. Felicitas Herdt sagt:

    Der Streik der Erzieherinnen war in Funk/Fernsehen/Presse kaum ein Thema, dabei sind sie es, die es vielen Menschen ermöglichen, arbeiten zu gehen!
    Ist es da nicht fast anrüchig, dass Ver.di mit Gehaltsforderungen unter 5% in die Tarifauseinandersetzung geht, während die Pilotenvereinigung mit einem jährlichen Eingangsgehalt von 70.000 € (!!!!) 10% fordern!
    Regt sich hier jemand mal darüber auf????
    LG

    • Steuerzahler sagt:

      Ja, ich.

      Denn hier gilt das Gleiche, was ich schon unten gesagt habe.
      Lufthansa ist PRIVATWIRTSCHAFT und somit unabhängig wie sie wem, wofür, wie viel bezahlt.

      Mal davon abgesehen stimme ich ihnen natürlich zu, was die doch hohe Gehaltsforderung zum schon hohen Gehalt betrifft.
      Unsereins, der sich tagtäglich den Buckel krumm macht und einen Bruchteil von diesem bekommt (aber eigentlich mehr „verdient“ 😉 ) kann das so nicht recht nachvollziehen…

      aber so ist das nun mal

  3. Fred.Kappel@hotmail.de sagt:

    Das ist nicht schlecht und war ungefähr abzusehen. Im Vergleich zu den Verdiensten in der freien Wirtschaft jedoch ein Witz. Es ist bei Weitem noch völlig uninteressant mit einem abgeschlossenem Studium in den öffentlichen Dienst zu gehen. Mit diesen Gehältern kann man keine wirklich guten Kräfte bekommen. Da fehlen im Vergleich zu anderen Branchen noch mindestens 25 Prozent um den öffentlichen Dienst nur einigermaßen interessant zu machen.

  4. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    90,00 Euro pro Monat mal 13 Monate mal 2.1 Mio nichtproduktive bedienstete plus die Profi-Sesselpupser (Beamten) und dann noch 3.0 % pro Nase …. dieses Jahr und (103% ) mal 2.4 % = effektiv 2.47 % im naechsten Jahr!
    Wieviel bedeutet das an jaehrlicher Mehrbelastung fuer den Steuerzahler?

    der Innenminister hat sich ueber den Tisch ziehen lassen oder kann nicht rechnen oder beides!

    –> Staedte und Gemeinden werden nun wieder die Hebesaetze fuer Gewerbesteuern und die Hebesaetze fuer Grundsteuer B letztlich alterntivlos hochsetzen!
    Folgen werden dann die Eintreiber anderer Zwangsabgaben wie z.B. IHK!

    Wahnsinn, wie der Staat mit Geld umgeht !

    • German Pfennig sagt:

      Auch im öffentlichen Dienst möchte man anständig bezahlt werden.

      • Steuerzahler sagt:

        Ja, nicht nur im ö.D. – genauso auch im produzierenden Gewerbe…
        Oder direkt gesagt: die, die etwas produzieren – also wirklich Werte erschaffen…

        Und zwischen Anständigkeit des Habens und Seins und unanständigen Forderungen liegen immer noch Welten.

        Eines scheint aber immer weiter in Vergessenheit zu geraten – der „Staat“ und seine Angestellten sind immer noch Angestellte von uns – denen die das erarbeiten, was der „Staat“ mit vollen Händen verteilt.

        Einfach mal drüber nachdenken und die Verhältnismäßigkeit erkennen…

        • kreator sagt:

          Ach ja, die Beamten: natürlich ist nur die Privatwirtschaft produktiv. Die Lehrer, Polizisten usw. sind natürlich völlig unproduktiv und verprassen nur das Geld des armen Steuerzahlers. Man sollte wirklich alle Beamten sofort rausschmeissen; die werden ja alle nicht gebraucht! Das wäre doch ganz im Sinn von Jupp Hirsenkötter und dem „Steuerzahler“, gelle?

    • Max Müller sagt:

      Gute Arbeit -> guter Lohn! Bitte kein falscher Neid!