Schraubenfirma SFS plant Börsengang bis zum Sommer

Der Börsengang des Schraubenherstellers SFS soll 300 Millionen in die Kassen spülen. Das Unternehmen will weiter wachsen und sich von seinen Schulden befreien.

Der Schweizer Spezialschrauben-Hersteller will bis Ende Juni an die Börse gehen. „Der Börsengang ist für das zweite Quartal vorgesehen“, sagte Firmenchef Heinrich Spoerry am Donnerstag in Zürich. Das IPO werde dem Konzern rund 300 Millionen Franken in die Kasse spülen, mit denen vor allem das organische Wachstum angekurbelt werden solle. Gespräche über Zukäufe gebe es derzeit nicht. „Wir wollen das Wachstum eindeutig beschleunigen“, sagte Spoerry. Der Schwung des zweiten Halbjahres 2013 habe sich im ersten Quartal 2014 fortgesetzt. Im vorigen Jahr war der Umsatz um zwölf Prozent auf 1,33 Milliarden Franken gestiegen. SFS brauche das Geld aus dem Börsengang nicht unbedingt, betonte der Firmenchef. Aber SFS stärke so den Bekanntheitsgrad und erhöhe die finanzielle Unabhängigkeit.

Am Freitag sollen die Altaktionäre des Konzerns, der etwa Spezialschrauben für den iPhone-Hersteller Apple, Lärm absorbierende Befestigungssysteme für den Airbus oder hochpräzise Formteile für Autobauer herstellt, auf der Generalversammlung eine Kapitalerhöhung absegnen. SFS gehört zu 82,5 Prozent den Gründerfamilien Huber, Stadler und Tschan, die ihren Anteil mittelfristig auf 55 Prozent zurückfahren wollen. Angestellte und das Management halten den Rest – insgesamt sind es rund 650 Altaktionäre, für die durch den Börsengang auch eine einfache Ausstiegsmöglichkeit geschaffen wird.

„Nach dem Börsengang werden wir nicht nur schuldenfrei sein, sondern auch eine Netto-Cashposition haben“, sagte Spoerry. Er schätzt den Wert der Firma auf rund zwei Milliarden Franken. In Marktkreisen war zuvor von einem Firmenwert von 1,0 bis 1,5 Milliarden Franken die Rede gewesen. SFS ist in der Schweiz nach dem Online-Reiseanbieter Bravofly und der Thurgauer Kantonalbank die dritte Firma, die sich auf den Weg an die Börse macht. Organisiert wird das IPO von den Banken Credit Suisse, UBS und Morgan Stanley. Zudem gehören dem Bankensyndikat Bank am Bellevue, Bank Vontobel, die Zürcher Kantonalbank die St. Galler Kantonalbank an.

Die Firma, die 1928 im Ostschweizer Rheintal als Eisenwarenhandlung Stadler gegründet worden war, hatte ihren Reingewinn 2013 um 18 Prozent auf 87 Millionen Franken gesteigert, die Ebitda-Marge betrug 20,3 Prozent.

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