Krim-Krise und schwacher Rubel schmälern Gewinn von Henkel

Henkel muss aufgrund der starken Abwertung des russischen Rubel mit einem Gewinn-Einbruch rechnen. Dennoch will der Konzern sich nicht aus Russland und der Ukraine zurückziehen. Das Management rechnet allerdings damit, dass der argentinische Peso, die türkische Lira und der russische Rubel weiter an Wert verlieren werden.

Die Auswirkungen der Krim-Krise bereiten dem stark in Osteuropa engagierten Konsumgüterriesen Henkel Kopfschmerzen. Die Turbulenzen belasteten „aktuell nicht nur die internationale Politik“, sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Freitag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Der russische Rubel habe etwa seit Beginn der Krise um rund 20 Prozent abgewertet – Henkel dürfte die Auswirkungen in der Bilanz zu spüren bekommen. Mögliche Belastungen durch Sanktionen des Westens gegen Russland seien zudem „heute noch nicht genau zu beziffern“. Insgesamt sei es „wegen der aktuellen Lage in Osteuropa schwierig, die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2014 abzuschätzen“, räumte Rorsted ein. Ein Rückzug aus Russland und der Ukraine stehe aber für Henkel weiter nicht zur Debatte (mehr hier).

Russland ist der weltweit viertgrößte Markt für den Hersteller von Pritt und Persil, er hatte dort 2013 rund eine Milliarde Euro Umsatz erzielt. Die Ukraine zählt zu den zehn wichtigsten Wachstumsmärkten für den Düsseldorfer Konzern. „Beide Länder haben für uns große Bedeutung“, betonte Rorsted. Die russische Föderation hatte die Krim gegen den Widerstand des Westens eingegliedert (hier).

Henkel will konsequent jenseits des deutschen Heimatmarktes wachsen. Bis 2016 soll rund die Hälfte des dann angepeilten Konzernumsatzes von 20 Milliarden Euro in Wachstumsmärkten eingefahren werden, erklärte Rorsted. Im vergangenen Jahr lag der Konzernumsatz bei 16,35 Milliarden Euro, allerdings war dieser wegen der Abwertung von Währungen aus Schwellenländern gegenüber dem Euro leicht gesunken (hier). Den Gewinn hatte Henkel 2013 indes deutlich gesteigert, die Dividende wurde um knapp 30 Prozent angehoben. „2013 war ein Premium-Jahr“, lobte Kleinaktionärsvertreterin Jella Benner-Heinacher – und rief „paradiesische Verhältnisse“ aus. Auch andere Aktionärsvertreter lobten den Kurs des Vorstands.

Henkel sehe die „hohe Volatilität“ von Wachstumsmärkten als Herausforderung, sagte Rorsted weiter. „Doch gibt es kein höheres Wachstum ohne Risiko„, machte er klar. Auch in den ersten sechs Monaten 2014 wird Henkel mit den Auswirkungen von Währungsschwankungen zu kämpfen haben. „Die Währungen in einigen wichtigen Wachstumsmärkten (werden) wahrscheinlich weiter abwerten„, räumte Rorsted ein: „Die negativen Effekte werden wir vor allem im ersten Halbjahr spüren.“ Henkel wolle alle Anstrengungen unternehmen, um diese auszugleichen. Die Jahresziele für 2014 bekräftigte Rorsted. Henkel erwarte weiter einen Anstieg der bereinigten Ebit-Marge auf etwa 15,5 (Vorjahr: 15,4) Prozent. Zudem rechnet der Düsseldorfer Konzern mit einem organischen Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent. Am 7. Mai sollen Zahlen fürs erste Quartal präsentiert werden.

Nicht nur Henkel machen Währungsschwankungen zu schaffen. Viele Währungen wie der argentinische Peso, die türkische Lira oder der russische Rubel verlieren gegenüber Euro und Dollar an Wert. Branchenprimus Procter & Gamble (P&G) hatte dies schon zu spüren bekommen und musste sogar seine Geschäftsziele kappen. Beim Konkurrenten Beiersdorf stiegen die Umsätze 2013 wegen des starke Euro zudem weniger deutlich an als erwartet – bei Umsätzen aus Ländern mit schwacher Währung bleibt nach der Umrechnung in Euro weniger hängen (hier).

 

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