Deutsche Bahn wälzt Kosten für Energiewende auf Kunden ab

Die Bahnbetriebe Deutschlands müssen sich künftig an den Kosten der Energiewende beteiligen. Allerdings zahlen sie nur ein Fünftel der Umlage für die Ökostrom-Förderung. Die Deutsche Bahn kündigt an, die höheren Kosten auf die Ticketpreise umlegen zu wollen. Damit zahlt dann doch wieder der Kunde die Zeche.

Die Deutsche Bahn und ihre Konkurrenten müssen sich künftig stärker als bisher an den Kosten der Energiewende beteiligen. Nach monatelangem Ringen verständigten sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag auf einen höheren Anteil an der Ökostrom-Umlage, wie Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters bestätigten. Dobrindt konnte dabei die ursprünglichen Pläne Gabriels entschärfen.

Künftig müssen der Einigung zufolge die Bahnen ein Fünftel der Umlage für die Ökostrom-Förderung zahlen. Dies sind derzeit rund 1,25 Cent pro Kilowattstunde, was sich bei der Deutschen Bahn als größtem Stromverbraucher Deutschlands mit über 50 Millionen Euro im Jahr bemerkbar machen dürfte. Die Bahn hatte angekündigt, sie müsse die Zusatzlasten auf die Ticketpreise umlegen, so dass Bahnfahren teurer werden dürfte.

Für die ersten zwei Gigawattstunden Stromverbrauch wird nach der Regelung die volle Umlage fällig. Diese Schwelle überschreiten aber schon viele kleinere Bahn-Betriebe deutlich. Für die Deutsche Bahn mit einem vielfachen des Verbrauchs spielt dies kaum eine Rolle. Kleinere Bahnen und damit Konkurrenten des Marktführers fahren gegenüber den früheren Regelungen damit aber nun relativ besser als die Deutsche Bahn. Denn bislang musste bis zehn Gigawattstunden voll bezahlt werden, danach griff dann eine fast vollständige Befreiung von der Umlage, von denen hauptsächlich der Staatskonzern profitierte.

Ursprünglich hatte Gabriel noch stärker bei den Bahnen zulangen wollen. So sollte in Stufen bis 2018 dann 30 Prozent der Umlage fällig werden. Für 2018 hatte die Deutsche Bahn auf dieser Basis eine Verdopplung ihrer Ökostrom-Lasten auf etwa 200 Millionen Euro errechnet. Der Gesetzentwurf für das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), der auch die Ökostrom-Förderung und Rabatte für die übrige Industrie regeln wird, soll am Dienstag vom Kabinett beschlossen werden.

 

Kommentare

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  1. hartmut m sagt:

    …..Deutsche Bahn wälzt Kosten für Energiewende auf Kunden ab …..

    Mal ehrlich, das hätte doch niemand vermutet…oder?

  2. Matthes sagt:

    Wenn der Staat nicht bereit ist, die Kosten der Energiewende selbst voll zu tragen, dann ist es besser, die Energiewende ganz abzusagen. Denn eine Energiewende voll zu Lasten der kleinen Vertraucher kann und wird der Verbraucher nicht tragen.

    • Harry sagt:

      Was soll denn dieser sinnfreie Kommentar? Wie soll der Staat denn Kosten selbst übernehmen? Erklären sie das bitte mal! Ich bin gespannt.

  3. Frank Hentschel sagt:

    Der Kunde zählt doppelt. Einmal über die eigenen Stromkosten und dann noch über den Fahrpreis. Manche sogar noch mehr in dem ihr Grundstück an Wert verliert durch die Windräder oder auch Vogelschrättermaschinen genannt. Andere weil keine Urlauber mehr in ihrer Hotels kommen.

  4. Harry sagt:

    Wer soll die Umlage denn sonst bezahlen? Die bah ist ein Staatsunternehmen. Also entweder es bezahlt der Steuerzahler oder diejenigen, die die Bahn auch tatsächlich nutzen. Letzteres ist ja wohl nun unzweifelhaft die gerechteste Lösung.

    Ich kann also bei dieser Sache nichts Problematisches kennen.

  5. Rasmus sagt:

    Die Maßnahme der Bahn, die erhöhten Stromkosten auf die Preise aufzulegen ist doch selbstverständlich.
    Die Bahn ist ein Wirtschaftsunternehmen und kein Sozialverein!

    Diese sogenannte Energiewende wird noch viel mehr Verteuerungen auslösen!

  6. Markus Bechtel sagt:

    Auf wen soll die Bahn denn sonst die Ökostrom-Umlage abwälzen? Wenn nicht auf die Kunden, dann kommen doch wieder nur die deutschen Steuermichel in Frage. Dann würden aber auch die Stromverbraucher herangezogen, die gar keine Bahn-Kunden sind. Dann lieber eine vollständige Abwälzung der Ökostrom-Umlage auf die Fahrpreise. Jeder Bahnfahrer soll wissen, was die Ökostrom-Umlage kostet. Daher ein klares NEIN! zu diesem Ökostrom-Sozialismus.