Maschinenbauer halten an Wachstumsprognose fest

Die deutschen Maschinenbauer bestätigen ihr Wachstumsziel von drei Prozent, trotz wachsender Schwierigkeiten. Die Branche leidet unter einem starken Euro und den politischen Unsicherheiten in Osteuropa. Sanktionen gegen Russland würden die Maschinenbauer weiter unter Druck setzen.

Den deutschen Maschinenbauern machen der starke Euro und die Sorgen vor schärferen Sanktionen gegen Russland zu schaffen. „Trotz aller politischen Unsicherheiten bestätigen wir unsere Wachstumsprognose für 2014 von plus drei Prozent“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Reinhold Festge, am Montag auf der Hannover Messe. In den ersten beiden Monaten des Jahres habe sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr aber nur um ein Prozent erhöht. Während im Inland es sogar um zwei Punkte zurückging, hätten die Bestellungen aus dem Ausland um zwei Prozent angezogen. „Doch ein Aufschwung sieht anders aus.“

Die Maschinenbauer gelten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die Firmen mit fast einer Million Beschäftigten erzielten 2013 einen Umsatz von 206 Milliarden Euro. Neben zahlreichen Mittelständlern gehören auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp oder Gea dazu.

Die Branche ist stark exportorientiert, doch auch im Auslandsgeschäft wachsen die Bäume nicht in den Himmel. „Während die Belastungen in Folge der Euro-Schuldenkrise zurückgehen, lässt die Wirtschaftsdynamik in den Schwellenländern nach wie vor deutlich zu wünschen übrig“, sagte Festge. Dort, wo das Exportgeschäft noch laufe, werde die Freude nicht selten durch die Euroaufwertung und den damit unter Druck geratenen Margen getrübt.

Der VDMA warnte den Westen vor scharfen Sanktionen gegen Russland. „Ein hartes Russland-Embargo hätte das Zeug, die Konjunkturentwicklung im Maschinenbau zu brechen.“ Es sei völlig klar, dass Russland auf der Krim einen eklatanten Bruch des Völkerrechts begangen habe und deutliche Grenzen aufgezeigt bekommen müsse. „Aber man muss wissen, was man tut, wenn man mit lautem Geschrei weiter an der Eskalationsschraube dreht: Es geht um den viertgrößten Markt für den Maschinenbau und es gibt kein Land, das derartig massive Investitionen in Russland getätigt hat, wie Deutschland.“ Im vergangenen Jahr setzten die Maschinenbauer in Russland Anlagen mit einem Wert von knapp acht Milliarden Euro ab.

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