Hersteller von 3D-Druckern kündigt Börsengang an

Der Produzent von 3D-Druckern SLM Solutions will an die Frankfurter Börse. Das Unternehmen aus Lübeck hofft auf bis zu 75 Millionen Euro frisches Kapital. SLM könnte zum ersten deutschen Börsengang dieses Jahres werden.

Das Lübecker Hightech-Unternehmen SLM Solutions könnte die erste Neuemission an der Frankfurter Börse in diesem Jahr werden. Der Hersteller von 3D-Druckern kündigte am Montag seinen Gang an die Börse noch in diesem Jahr an. Vorstandschef Markus Rechlin erklärte, das Unternehmen wolle mit der Ausgabe von Aktien rund 75 Millionen Euro einnehmen, um sein Wachstum zu beschleunigen.

Ob die Altaktionäre beim Börsengang ebenfalls Aktien abgeben wollten, sei offen, sagte ein Sprecher. SLM gehört seit dem vergangenen Jahr zu 57 Prozent dem Mittelstands-Investor DPE Deutsche Private Equity, der frisches Geld in das Unternehmen pumpte. Die restlichen Anteile liegen bei den Firmengründern.

In der Regel vergeht von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz etwa ein Monat, so dass SLM Anfang Mai seine Premiere an der Frankfurter Börse feiern könnte. Mit der Organisation des Börsengangs sind federführend die Deutsche Bank und Credit Suisse beauftragt. Während im Rest Europas zahlreiche Firmen in diesem Jahr an die Börse gegangen sind, herrscht in Deutschland bisher noch Flaute.

Als Börsenneuling steht in Frankfurt bisher nur die deutsch-österreichische Immobilienfirma Buwog fest, die Ende April auf dem Kurszettel erscheinen will. Doch die Buwog-Aktien werden nur den Aktionären der österreichischen Immofinanz ins Depot gebucht, von der sie abgespalten wird.

SLM Solutions setzte mit 80 Mitarbeitern im vergangenen Jahr 21,6 Millionen Euro um, der Nettoverlust lag bei 400.000 Euro. Unternehmen aus der 3D-Druck-Branche wurden zuletzt mit dem 30- bis 50-fachen des erwarteten Gewinns an der Börse hoch bewertet.

Im Herbst war der SLM-Konkurrent Voxeljet an die US-Börse NYSE gegangen. Sein Aktienkurs ist inzwischen von 13 auf 25 Dollar gestiegen. Damit wird das Unternehmen aus Friedberg bei Augsburg mit umgerechnet gut 280 Millionen Euro bewertet – bei einem Umsatz von 11,7 Millionen Euro.

Mit 3D-Druckern lassen sich relativ einfach etwa Prototypen für die Autoindustrie bauen, aber auch echte Titan-Implantate für die Medizintechnik. Dabei werden Metallstäube nach einem am Computer erstellten Vorbild zu einem dreidimensionalen Objekt zusammengebacken. SLM Solutions entwickelt und baut Maschinen zum „selektiven Laserschmelzen“, die mit einem Laserstrahl die Metallstäube auftragen. SLM zählt zu seinen Kunden Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt, dem Energie- und Gesundheitssektor sowie aus der Autoindustrie.

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