Europäische Elektro-Industrie sucht Anschluss an Weltspitze

Die europäische Elektro-Industrie startet eine Milliarden-Initiative zur Stärkung der Branche. Durch die Zusammenarbeit europäischer Hersteller soll der Anschluss an die Weltspitze wiederhergestellt werden. Die Elektro-Branche leidet zunehmend unter der Konkurrenz aus Asien und den USA.

Die europäische Elektronikbranche will mit einer fünf Milliarden Euro schweren Initiative den Anschluss an die Konkurrenz in Übersee schaffen. Mit Unterstützung der EU, der nationalen Politik und der Wissenschaft plant die Industrie unter dem Zusammenschluss „Electronic Components and Systems for European Leadership“ den Weg an die Weltspitze, wie sie am Montag mitteilte. Für die deutschen Unternehmen macht Infineon -Chef Reinhard Ploss das Zugpferd.

Vor allem die europäische Chipindustrie hatte in den vergangenen Jahren unter der Konkurrenz in West und Ost zu leiden. Branchenvertreter beklagten immer wieder, dass Rivalen aus den USA und China staatlich hoch subventioniert werden, während in Europa weder die EU noch die Nationalstaaten auch nur annähernd soviel Geld für die heimischen Firmen zur Verfügung stellen. Der Niedergang von europäischen Elektrotechnik-Unternehmen wie Nokia, Qimonda oder Loewe alarmierte die Akteure. Die Zulieferer finden auf ihren Heimatmärkten kaum mehr Kunden.

Der deutsche ECSEL-Ableger werde seine Arbeit in den kommenden Wochen unter dem Dach des Elektroverbands ZVEI aufnehmen. Im Zentrum stehen Energietechnik, Elektromobilität, Medizintechnik und die nächste Generation digitalisierter Produktion. Von den fünf Milliarden Euro, mit denen die Branche wieder nach vorne kommen will, stammt die Hälfte aus der Industrie selbst, die andere Hälfte teilen sich die EU und ihre Mitgliedsstaaten.

Der Ingenieursverband VDE lobt zwar in Deutschland das hohe Ausbildungsniveau, allerdings mache sich ein Fachkräftemangel immer stärker bemerkbar. An den Universitäten wird demnach zudem befürchtet, dass Forschungsbudgets für Elektrotechniker sinken und die staatlichen Zuwendungen stagnieren.

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Schwach plus schwach bleibt immer noch schwach. Die seit Adenauers Westkurs im Verbund mit der US-Reeducation der Deutschen wuchernde Konsens-Republick glänzte durch Mittelmässigkeit, die sich tief im Bildungssystem eingefressen hat. Grundlegende System-innovationen wurden unterdrückt oder Verschlafen. Der Seufzer „wenn Siemens wüsste, was Siemens weiss, wäre Siemens unschlagbar“ findet seine Erlösung in der nüchternen Frage: will Siemens wissen, was Siemens weiss? Diese systematische Verwahrlosung von Synergien und Mitarbeitermotivation findet sich in allen bundesdeutschen Konzernen. Als der charistmatische Siemens-Forschungschef Karl Heinz Beckurts diesem Mittelmass ein Ende bereiten wollte, wurde er mitsamt seinem Fahrer Eckhard Groppler in die Luft gesprengt: welch ein Zufall!

    • Vulkanier sagt:

      , die sich tief im Bildungssystem eingefressen hat…

      à propos: die sich tief ins Bildungssystem eingefressen hat…