Oetker-Konzern bleibt trotz Familienstreit auf Erfolgskurs

Der Streit in der Gesellschafter-Familie des Oetker-Konzerns habe keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft, so der Chef des Unternehmens. Oetker sei gut ins Jahr 2014 gestartet und steigere weiterhin seinen Gewinn. Der Familienstreit dreht sich unter anderem um die Zukunft der Radeberger-Brauerei, die zuletzt in illegale Preisabsprachen verwickelt war.

Streitereien in der Gesellschafterfamilie haben sich nach Aussage von Firmen-Chef Richard Oetker bislang nicht auf das Tagesgeschäft von Dr. Oetker niedergeschlagen. „Ja, es gab und gibt unterschiedliche Sichtweisen und kontroverse Diskussionen unter den Gesellschaftern“, räumte Oetker am Dienstag in Bielefeld bei der Bilanzvorlage der Dr. Oetker GmbH ein. „Wir haben stets gut daran getan, diese Kontroversen innerhalb der Familie auszutragen und nicht in der Öffentlichkeit“, betonte Oetker – deshalb werde er sich auch nicht weiter äußern. Er habe jedoch „nicht den Eindruck“, dass der Zwist Auswirkungen auf das operative Geschäft habe, ergänzte er. „Wir entwickeln uns so, wie wir uns das vorgenommen haben.“ Die Dr. Oetker GmbH, in der unter anderem das Pizza-Geschäft der Gruppe gebündelt ist, übersprang 2013 beim Umsatz erneut die Marke von zwei Milliarden Euro – der Nestle -Konkurrent sieht sich nun dank neuer Produkte wie dem Pizzaburger weiter auf Wachstumskurs.

Die Oetker-Gruppe hatte 2012 über zehn Milliarden Euro umgesetzt. Zu dem weit verzweigten Firmenreich gehören neben Dr. Oetker auch die Radeberger-Brauerei und die Reederei Hamburg Süd. Unter anderem um deren Zukunft hatte es Branchenkreisen zufolge Differenzen in der Oetker-Familie gegeben, Gespräche um eine Fusion zwischen dem deutschen Branchenprimus Hapag-Lloyd und Hamburg Süd über einen Zusammenschluss waren im vergangenen Jahr gescheitert – Oetker hatte Insidern zufolge einen Rückzieher gemacht. Zuletzt hatte Hamburg Süd dann wieder Interesse an einer Dreierallianz mit Hapag Lloyd und der chilenischen CSAV signalisiert.

Das Bundeskartellamt hatte Radeberger zudem wegen illegalen Preisabsprachen mit einem schmerzhaften Bußgeld belegt (mehr hier). Richard Oetker wollte sich „nicht zur Sachlage äußern“ – das Thema Radeberger betreffe nicht die Dr. Oekter GmbH.

Diese steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um 2,3 Prozent auf 2,137 Milliarden Euro und legte auch beim Gewinn zu, sagte Oetker. Die ersten drei Monate 2014 seien „gut verlaufen“, Auswirkungen der Krim-Krise seien bislang im Geschäft „zu vernachlässigen“. In Russland und der Ukraine belaufe sich der Umsatz von Dr. Oetker auf rund 40 Millionen Euro. Deutliche Zuwächse erziele Oekter mit der „tollen Innovation“ Pizzaburger, in Deutschland habe das im vergangenen Oktober eingeführte Produkt bereits einen Anteil von drei Prozent am rund eine Milliarde Euro schweren Markt für Tiefkühlpizzen erobert. Die Kreuzung aus Pizza und Hamburger wurde auch in Österreich und der Schweiz auf den Markt gebracht, weitere Ländern könnten folgen, sagte Oetker. In Brasilien will Oetker zudem mit Pizzen zur Fußball- Weltmeisterschaft punkten. Unter anderem will der Konzern in dem WM-Gastgeberland eine Pizza „Alemanha“ anbieten – garniert mit Frankfurter Würstchen.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.