Österreichs Baukonzern Porr profitiert von Alpine-Pleite

Der österreichische Baukonzern Porr erhöht seinen Marktwert. Nach der Alpine-Pleite greift Porr deutlich mehr Aufträge in Österreich ab. Der Konzern hat seinen Gewinn nahezu verdreifacht und will durch die Ausgabe von Aktien mehr Kapital einnehmen.

Der österreichische Baukonzern Porr hat den Preis seiner neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung auf 45 Euro je Stück festgelegt. Das ist ein Abschlag von gut sieben Prozent zum Schlusskurs von 48,50 Euro am Mittwochabend. Zunächst platzierte die Baufirma 2,16 Millionen Papiere bei europäischen institutionellen Investoren und erlöste damit gut 97 Millionen Euro, wie Porr am Donnerstag mitteilte. Nun haben bestehende Aktionäre noch bis zum 28. April die Möglichkeit, weitere knapp 490.000 neue Aktien zu zeichnen. Insgesamt dürfte die Kapitalerhöhung Porr damit knapp 114 Millionen Euro bringen.

Mit dem Schritt will der Konzern das Eigenkapital stärken und den Streubesitz erhöhen, um möglichst in den österreichischen Leitindex ATX einziehen zu können. Die Hauptaktionäre – Firmenchef Karl-Heinz Strauss und sein Partner Klaus Ortner –wollen die Mehrheit an dem Baukonzern behalten, aber ihre Beteiligung von zuletzt 68 Prozent reduzieren. Sie haben angekündigt, auf ihre Bezugsrechte zu verzichten und erst in der zweiten Runde für maximal 1,5 Millionen Euro Porr-Aktien zu kaufen – wenn noch welche zu haben sind. Damit würde ihr Anteil auf rund 56 Prozent sinken, hatte Porr mitgeteilt.

Der Konzern bietet insgesamt 2,645 Millionen neue Aktien an, wie Porr am Mittwoch mitteilte. Porr nutzt für die Kapitalerhöhung den Rückenwind von der Börse. Die Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten von 13,75 auf 48,50 Euro nach oben geschnellt. Strauss warb am Mittwoch bei der Vorstellung der Bilanz für 2013 mit einer optimistischen Gewinnprognose um Investoren.

Nach der Pleite des Konkurrenten Alpine im vergangenen Jahr sei es einfacher, an Aufträge in Österreich zu kommen, sagte Strauss. Der Gewinn stieg dank guter Geschäfte in den europäischen Kernmärkten um fast das Dreifache auf 53 Millionen Euro, die Dividende soll auf einen Euro (2012: 31 Cent) steigen. Die Zeichner der neuen Aktien kommen noch nicht in den Genuss dieser Ausschüttung, die Papiere sind erst für das Jahr 2014 dividendenberechtigt.

Die operative Rendite will Porr kurz- bis mittelfristig auf fünf bis sechs Prozent steigern. Zuletzt waren es 4,5 Prozent. Gelingen soll das auch mit Hilfe eines 100 Millionen Euro schweren Sparprogramms. Das Unternehmen will seine Kosten unter anderem über einen günstigeren Einkauf senken. Die Bauleistung soll 2014 auf 3,8 (2013: 3,4) Milliarden Euro zulegen. Porr ist vor allem im Hoch- und Tiefbau sowie im Bahnbau in Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien und der Schweiz vertreten.

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