Patent-Streit: Schweizer TV-Verschlüsseler Kudelski verklagt Apple

Apple hat vermutlich Patente für TV-Verschlüsselungs-Systeme der Firma Kudelski verletzt. Das Schweizer Unternehmen leitete eine Klage gegen Apple ein. Indes verlässt einer der kreativsten Köpfe bei Apple das Unternehmenn. Greg Christie hat über 100 Patente angemeldet.

Die Schweizer Firma Kudelski will den US-Konzern Apple wegen Patentverletzungen vor Gericht bringen. Der Spezialist für TV-Verschlüsselungssysteme wirft dem iPhone- und iPad-Hersteller vor, fünf US-Patente seiner Konzerntöchter Nagravision und OpenTV verletzt zu haben. Die Klage wurde bei einem kalifornischen Bezirksgericht eingereicht, wie Kudelski in der Nacht zum Donnerstag mitteilte.

Die Patentverletzungen würden unter anderem mit der Software iOS betriebene Mobiltelefon-Geräte, Apple TV, App Store, iTunes, Safari und mit dem Betriebssystem OS X laufende Computer betreffen, hieß es. Näher erläuterte Kudelski die Vorwürfe nicht. Apple war vorerst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der US-Konzern ist weltweit in zahlreiche Patentstreitigkeiten verwickelt, unter anderem mit dem koreanischen Smartphone-Weltmarktführer Samsung.

Der Erfinder zahlreicher iPhone-Funktionen, Greg Christie, verlässt einem Zeitungsbericht zufolge Apple. Auf den Software-Designer gehen fast 100 Patente zurück, wie das Wall Street Journal am Donnerstag weiter meldete. Christie war für die Gestaltung der Benutzeroberfläche verantwortlich. Laut der Apple-Info-Website 9to5Mac, die als erstes über den Abgang berichtete, kehrt er den Kaliforniern im Streit mit Top-Designer Jonathan Ive den Rücken. Auf Christie geht auch die bekannte iPhone-Funktion „Zum Entsperren streichen“ zurück, die mit Dutzenden anderen im Zentrum des Patentkriegs von Apple mit Samsung steht.

Apple legt bei der Sicherung von Patenten ein erstaunliches Tempo vor. Fast täglich werden Patente und Gebrauchsmuster angemeldet. Die wohl zukunftsträchtigsten Patente gibt es bei der Gesichtserkennung. Die neueste Erfindung von Apple ermöglicht die Erstellung von dreidimensionalen Avataren. Mit den 3D-Bildern werden neue Spielräume eröffnet, im Vergleich zu den bislang häufig genutzten 2D-Fotos. Avatare können dann eine bestimmte „Körpersprache“ annehmen oder „Gesichtsausdrücke“ haben.

Kommentare

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  1. Christian Stroetmann sagt:

    Man sollte die vielen Patente und anderen Schutzrechte von Apple und anderen Unternehmen nicht überbewerten. So werden oftmals schon existierende Lösungen einfach patentiert, um unter anderem die Medien zu täuschen, damit diese über eine Idee oder Innovation von jemand anderem berichten, aber diese so Apple bzw. den anderen Unternehmen andichten.

    Dies kann man zum Beispiel an dem oben aufgeführten Patent leicht erkennen. In der Tat gibt es diese Möglichkeit der 3D-Avatar-Generierung schon seit bestimmt 10 oder mehr Jahren. Unter anderem hat Microsoft so eine Funktion für seine Spielkonsole vor wenigen Jahren patentieren lassen. Im Allgemeinen bezweifeln wir die Rechtmäßigkeit von Patenten dieser Art oftmals zu Recht.

    Letztendlich muss man solche Patente ganz genau lesen, da es oft nur um ganz bestimmte Detaillösungen geht und eben nicht um die generellen, in den Medien angesprochenen Funktionen, wenn überhaupt. Außerdem kommen nur wirklich eindeutige Patentverletzungen vor Gericht.

    Mit besten Grüßen
    Christian Stroetmann