Tablets und Smartphones bremsen Umsatz von Google

Der US-Konzern Google verfehlt mit seinen aktuellen Quartalszahlen die Umsatzschätzungen der Analysten.Grund dafür ist, dass der Durchschnittspreis für Anzeigen auf Smartphones und Tablets deutlich sinkt. Zudem sind die Margen in den Schwellenländern sehr gering. Yahoo will nun die Google-Dominanz auf Apple-Geräten brechen.

Gegenwind für Google: Der erfolgsverwöhnte US-Konzern kann auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets im Schnitt nicht so hohe Werbeerlöse erzielen wie auf herkömmlichen Computern. Der Durchschnittspreis für eine Online-Anzeige sank im ersten Quartal um neun Prozent, wie der Internet-Konzern am Mittwochabend mitteilte. Google wächst zwar weiterhin deutlich, konnte die Umsatzerwartungen der Analysten aber nicht ganz erfüllen. Die Aktien des Unternehmens standen daraufhin unter Druck. Sie büßten drei Prozent auf 539,80 Dollar ein.

Analysten zufolge kann der Suchmaschinen-Betreiber für Anzeigen auf Smartphones und Tablets teilweise nur die Hälfte des PC-Niveaus nehmen. Außerdem expandiert Google stark in Schwellenländern, wo für gewöhnlich auch geringere Raten genommen werden. Facebook und Twitter können ebenfalls für Werbung auf mobilen Geräten nicht so hohe Preise wie auf herkömmlichen Computern verlangen.

Zum Vorjahresquartal stieg der Google-Umsatz um 19 Prozent auf 15,42 Milliarden Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt aber mit 15,54 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vergleich mit Yahoo ist Google damit weiterhin dominant. Die Erlöse des Rivalen legten im ersten Quartal nur minimal auf 1,08 Milliarden Dollar zu.

Dennoch will Yahoo-Chefin Marissa Mayer Medienberichten zufolge Google als Standard-Suchmaschine von Apple -Geräten verdrängen. Es gebe detaillierte Vorschläge, wie die Apple-Manager überzeugt werden sollten, berichtete das Technologienachrichten-Portal „Re/code“ unter Berufung auf Yahoo-Kreise. Dem Blog „Apple Insider“ zufolge hat sich die frühere Google-Managerin Mayer schon die Unterstützung von einigen Apple-Führungskräften gesichert. Google Search ist die Suchmaschine, die auf Apple-Produkten wie dem iPhone oder iPad voreingestellt ist. Dadurch werden riesige Mengen an Internetverkehr zu Google gelenkt, die der Konzern über die Anzeigenvermarktung zu Geld machen kann. Laut „Apple Insider“ zahlt Google Apple dafür rund eine Milliarde Dollar jährlich.

Wie Yahoo will auch Google mit Zukäufen in neue Bereiche vorstoßen. Unter anderem wird auf den Minicomputer Google Glass gesetzt, der wie eine Brille getragen wird (mehr hier). Auch die Vernetzung von Haushaltsgeräten steht im Fokus (hier). Im Januar hatte Google dafür den Anbieter intelligenter Wärmesteuerungen für Wohnungen, Nest, für 3,2 Milliarden Dollar übernommen.

Google hat eine Kontaktlinse entwickelt, die mit Kamerafunktion und Display ausgestattet ist. Zudem kann die Linse die Daten weitersenden, etwa an ein Mobiltelefon. Dort können die soeben aufgenommen Bilder ausgewertet werden. Gesteuert wird die Technik mittels Lidschlags.

Unter dem Strich verdiente Google im abgelaufenen Quartal 3,45 Milliarden Dollar, was einer Steigerung von drei Prozent entspricht. Belastet wurde das Ergebnis vom defizitären Handy-Hersteller Motorola. Hier fiel ein Verlust von 198 Millionen Dollar an. Motorola soll an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo verkauft werden.

 

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