Amazon lässt sich von Streiks nicht beeindrucken

Amazon gibt bekannt, dass das Ostergeschäft durch die Streiks nicht beeinträchtigt wird. Mitarbeiter des Online-Versandriesen Amazon haben am Donnerstag die Arbeit in Leipzig und Bad Hersfeld niedergelegt. Sie protestieren für höhere Löhne, wie nach den Tarifregeln für den Einzel- und Versandhandel üblich. Amazon setzt geringere Löhne aus der Logistikbranche als Maßstab.

Das Management von Amazon lässt sich durch die Streiks im hessischen Bad Hersfeld und in Leipzig nicht beeindrucken. Die Beschäftigten von Amazon legten mit Beginn der Frühschicht am Donnerstag die Arbeit nieder. Die Mitarbeiter des Versandhandels erhoffen sich einen Tarifvertrag nach Konditionen des Einzel- und Versandhandels.

Christian Krähling ist Vertrauensmann der Gewerkschaft Verdi bei Amazon und Mitglied der Tarifkommission:

„Man ignoriert die Gewerkschafter im Betrieb, man schaltet das völlig aus, dass hier mehrere hundert Kollegen vor der Tür stehen, regelmäßig. Das wird völlig, komplett ignoriert. Wir sind da und wir werden weiterhin streiken. Weil ich denke, drin hat man sich schon die Hoffnung gemacht, dass es jetzt ruhiger geworden ist und dass wir nicht mehr streiken werden. Aber wir sind einfach hier, um das Gegenteil zu zeigen, und es werden weitere, größere Streiks folgen.“

Die Gewerkschaft Verdi hatte auch die Amazon-Mitarbeiter in Leipzig zu einem ganztägigen Streik aufgerufen.

Die Gewerkschaft fordert von dem US-Unternehmen höhere Löhne und tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt indes die Logistikbranche als Maßstab, in der weniger gezahlt wird. Verdi hatte zu Streiks im Weihnachtsgeschäft aufgerufen, der Konzern zeigte sich aber unbeeindruckt: Das Geschäft sei kaum beeinträchtigt worden, hatte Amazon immer wieder betont.

Amazon zufolge bekommen die Kunden die Proteste nicht zu spüren. „Dem heutigen Streikaufruf ist nur eine Minderheit der Amazon-Mitarbeiter gefolgt“, erklärte eine Sprecherin. „Es gibt keinerlei Auswirkungen auf den Versand. Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass ihre Osterpräsente pünktlich ankommen.“

In Bad Hersfeld versammelten sich laut Verdi bis zum Vormittag gut 300 Beschäftigte vor den Toren des Verteilzentrums. „Wir rechnen damit, dass sich im Laufe des Tages über 500 Kolleginnen und Kollegen am Streik beteiligen werden“, sagte Streikleiterin Mechthild Middeke. In Leipzig rechnete die Gewerkschaft mit gut 400 Teilnehmern. Vor den Toren des Leipziger Standorts bemalten Lauenroth-Mago zufolge Streikende Ostereier – „die Fastenzeit ist zu Ende“, lautete dabei einer der Slogans. Insgesamt arbeiten laut Amazon in den neun deutschen Logistikstandorten rund 9.000 fest angestellte Mitarbeiter.

Auch Konkurrent Zalando steht bei Verdi in der Kritik, die Arbeitsbedingungen seien dort noch schwieriger als bei Amazon, sagte Lauenroth-Mago (mehr hier). „Unsere Hoffnung ist, dass sich die Beschäftigten bei Zalando ebenfalls wehren“, betonte er. Allerdings gebe es bei Zalando eine hohe Rate befristet Beschäftigter. Das Unternehmen erklärte, sein Ziel sei es, „ein guter und verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein“.

 

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