Italiens Regierung senkt Einkommenssteuer für Geringverdiener

Italien senkt ab Mai die Einkommenssteuer für Niedrigverdiener. Das Steuersenkungspaket hat einen Umfang von sieben Milliarden Euro. Zur Gegenfinanzierung sollen Rüstungsausgaben gestrichen werden.

Die italienische Regierung senkt die Einkommenssteuer für Niedrigverdiener. Ab Mai würden rund zehn Millionen Italiener jeden Monat 80 Euro mehr in der Tasche haben, sagte Ministerpräsident Matteo Renzi am Freitag nach einer Kabinettsitzung. Entlastet würden Haushalte mit einem Jahreseinkommen zwischen 8000 und 26.000 Euro. Die Reform soll den privaten Konsum ankurbeln und damit indirekt auch das Wirtschaftswachstum stützen.

Zur Gegenfinanzierung der Steuersenkungen will die Regierung Staatsausgaben streichen. Dabei soll der Rotstift auch bei Rüstungsprojekten angesetzt werden. So würden 150 Millionen Euro durch eine „Überprüfung“ des Programms für das Kampfflugzeug vom Typ F-35 eingespart, erklärte Renzi, ohne weitere Details zu nennen. Italien hat 90 Kampfjets für rund zwölf Milliarden Euro beim US-Konzern Lockheed Martin bestellt.

Bereits Anfang Mai hatte Renzi seine Pläne für die Finanzierung des knapp sieben Milliarden Euro schweren Steuersenkungsprogramms vorgelegt. Ein Großteil soll demnach über Ausgabenkürzungen im Umfang von 4,5 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Höhere Mehrwertsteuereinnahmen und Bankensteuern sollen weitere 2,2 Milliarden Euro bringen. Italien hat die höchsten Steuersätze in der Eurozone.

Die Regierung rechnet in diesem Jahr mit einem höheren Staatsdefizit von 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach bislang 2,5 Prozent. Die Wachstumserwartungen für 2014 wurden auf 0,8 nach 1,1 Prozent nach unten revidiert.

Kommentare

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  1. disperata sagt:

    ….auch bei Rüstungsprojekten angesetzt – und das ist nur ein kleiner Teil. Auf jeden Fall wird das Benzin wieder teurer und Zigaretten ( was mich als Nichtraucher nicht stoert ) aber den Teil der Bevoelkerung welche kein Einkommen hat und die Rentner.

  2. Alfons sagt:

    Die „Gegenfinanzierung“ wird wie üblich von Draghi’s Gelddruckerei übernommen und somit faktisch vom deutschen Bürger bezahlt.

  3. nadann sagt:

    abgesehen davon das in D neimelas eine besserung für geringverdiener eingehen würde, würde man in D geschickter sein und das geld hinterlistig durch falschinfos bei den ärmsten wieder reinholen. Und nicht etwa bei der rüstung.

  4. Elisa sagt:

    Ich wünsche Renzi viel Erfolg. Wenn die Italiener wieder mehr in der Tasche haben, kaufen sie auch mehr ein. Das tut der italienischen Wirtschaft gut und fängt die deflationäre Entwicklung auf.

    Als nächstes sollte er handwerkliche Ausbildungsstätten für die Jungen aufbauen, wo sie einen handwerklichen Berufsabschluss absolvieren können. Die italienische Jugend ist – so habe ich das in Italien erfahren – intelligent und lernwillig, man muss ihr nur Gelegenheit geben, sich zu engagieren. Das würde auch die mafiosen Strukturen eindämmen, weil die Jungen dann nicht mehr bei den Mafiosis in die „Lehre“ gehen und Geld verdienen, sondern in staatliche Berufsinstitutionen, wo sie fundiertes Handwerk lernen, um nachher eigene Betriebe gründen oder stabile Anstellungen eingehen können.

    • nadann sagt:

      OH schön, Elisa, noch jemand der/das an das märchen der deflation glaubt. So gesehen wünscht sich Michel dann nichts merh als eine inflation :-))

      Als wenn wir die…..

      —-> hier ein kleiner tipp zum lernen wie das geldsystem funktioniert -> :
      Dazu als erstes Goldschmied fabian gucken. Dann prof. bernd senf „tiefere ursachen der weltfinanzkrise“, andreas popp „danistakratie“ und mario fleischmann „das zwangsgeldsystem“. Wenn mans dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu, wie z.b. gugeln -> „sklaven ohne ketten opel“ Wer dann noch richtig schmunzeln möchte zieht sich noch die exportdaten in bezug auf den momentanen Target II saldo rein.