Hirn-Scans von IT-Profis bringen Informatik voran

Forscher konnten nachweisen, dass das Lernen von Programmiersprachen dem Lernen einer Fremdspräche ähnelt. Dazu untersuchten sie die Hirnfunktionen von Programmierern mit einem MRT. Die Ergebnisse könnten zur Entwicklung neuer Software beitragen, die das Erlernen einer Programmiersprache vereinfacht, Fehler vermeidet und Programmieren billiger macht.

Um zu untersuchen, was beim Programmieren im Kopf vorgeht, hat ein internationales Team von Passauer, Magdeburger und amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Programmierer während ihrer Programmierarbeit in einem Magnetresonanztomographen beobachtet.

Magnetresonanztomographie misst Veränderungen des Blut-Sauerstoffgehalts im Gehirn, woraus Rückschlüsse auf die Aktivität einzelner Hirnregionen gezogen werden können. Durch die Zusammenarbeit mit den MRT-Experten des Leibniz Instituts für Neurobiologie ergab sich die Möglichkeit zu dieser für die Informatik neuartigen Studie. Die Ergebnisse zeigen, dass beim Verstehen von Computerprogrammen u.a. dieselben Hirnregionen aktiviert werden, die auch beim Verstehen von natürlicher Sprache beteiligt sind.

„Wir haben nun erstmals Belege, dass das Lernen einer Programmiersprache mit dem Lernen einer Fremdsprache eng verwandt ist“, fasst Sven Apel zusammen. „Die wissenschaftliche Diskussion zur Eignung von Programmiersprachen und zur Ausbildung im Programmieren konnte in letzten Jahren nur anhand indirekter Beobachtungen geführt werden und war damit immer auf Spekulationen angewiesen.“ Neben grundlegenden Einsichten zum Entwurf und zur Durchführung zukünftiger Studien in diesem Bereich zeigen die Ergebnisse der Forscher neue Wege auf, die Ausbildung von Programmiererinnen und Programmierern langfristig zu verbessern.

„Unsere Studie öffnet eine Tür zu einem ganzen Raum von neuen Möglichkeiten, das Erlernen von Programmierfertigkeit zu vereinfachen und zukünftig noch mehr Menschen, insbesondere auch mehr Frauen und Schulkinder, für dieses technische Thema zu begeistern“, sagt Janet Siegmund.

Zudem könnten auf Basis der Ergebnisse Softwarewerkzeuge und Programmiersprachen entwickelt werden, die Programmiererinnen und Programmierern in ihrer natürlichen Arbeitsweise zukünftig mehr entgegen kommen – und sie dadurch effektiver arbeiten lassen:

„Wir hoffen, dass Software in Zukunft fehlerfreier werden kann und weniger Kosten für die Entwicklung und Wartung entstehen. Inzwischen machen die Wartungskosten, u.a. zum Vermeiden und Beheben von Programmfehlern wie dem berühmt-berüchtigten Heartbleed-Fehler, rund 80 Prozent der Kosten des gesamten Software-Lebenszyklus aus.“, so Janet Siegmund.

Kommentare

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  1. omei sagt:

    Die 80 Prozent ergeben sich aus dem Druck das die unrealistischen Abgabetermine gehalten werden können. Man könnte auch am Anfang mehr Zeit investieren aber das macht aus Betriebswirtschaftlichen gründen keinen Sinn. Somit reift die Banane beim Kunden.

  2. SupaUser sagt:

    Dafür muss man nun eine Studie durchführen, um die Erkenntnis zu erlangen, dass eine Programmiersprach wie eine Fremdsprache ist. What a shame!!! Allein die Worte zeigen doch schon einen gewissen Zusammen hang, dazu brauch man kein MRT. Jetzt sollten die Wissenschaftler mal ein Programmierer und ein Koch(der selber Rezepte entwickelt) in einen MRT stecken, Mit hoher Wahrscheinlich würde man da auch Zusammenhänge bei den Hirnaktivitäten feststellen. Da das Programmieren, abstrakt betrachtet, nichts weiter ist, als würde man ein Kochrezept in einer Frenmden Sprache scheiben.

    a fool with a tool is still a fool

  3. Carsten Thumulla sagt:

    A fool with a tool ist just a fool
    Was geht eigentlich im Kopf von Magnetresonanztherapeuten vor?

    Carsten

    Der Zeitgeist lügt