Studie: Jeder Mittelständler investiert 2014 über 100.000 Euro

Insgesamt wollen deutsche Unternehmen im laufenden Jahr 136 Milliarden Euro Investieren – das ist Rekord in Europa. Investiert wird überwiegend in Maschinen. Jedes fünfte Unternehmen ist dennoch vorsichtig: Es fehlt der Zugang zu erschwinglichen Finanzierungslösungen.

Insgesamt 55 Prozent der deutschen Mittelständler blicken positiv in die Zukunft. Auch in anderen europäischen Märkten steigt die Zuversicht, die sich in den geplanten Investitionen widerspiegelt. Insgesamt plant der deutsche Mittelstand mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 136 Milliarden Euro in den kommenden zwölf Monaten. Das entspricht einem durchschnittlichen Investment von 115.200 Euro pro Unternehmen. Bestehende Jobs sind sicher – nur 5 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie entlassen müssen.

Der CAPEX-Report von GE Capital sondiert jährlich die Stimmung des Mittelstandes in sieben EU-Ländern. Jeweils 325 mittelständische Unternehmen wurden im ersten Quartal 2014 in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Tschechien und Ungarn repräsentativ befragt.

Sicherung des Geschäftsbetriebes

Deutsche Mittelständler wollen dem CAPEX-Report zufolge vor allem in Maschinen investieren: Hier planen die Unternehmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 66,4 Milliarden Euro. 59 Prozent der Unternehmen wollen dadurch veraltetes Equipment auf den neuesten Stand bringen. Weitere wichtige Gründe für Investitionen sind die Steigerung der Produktivität und Effizienz (41 Prozent) sowie die Ausweitung von Kapazitäten zur Realisierung neuer Aufträge (27 Prozent).

Dennoch ist die Stimmung nicht flächendeckend positiv: Werden die Unternehmen gefragt, was sie an Investitionen hindere, steht an erster Stelle, dass in jüngster Vergangenheit bereits investiert worden sei (22 Prozent). Weniger beruhigend sind die Plätze zwei und drei der Investitionshindernisse: kein Zugang zu erschwinglichen Finanzierungslösungen und allgemeine finanzielle Probleme (jeweils 21 Prozent). „Das ist ein ernst zu nehmendes Zeichen“, erklärt Joachim Secker, CEO von GE Capital in Deutschland. „Wenn die Mittelständler nicht die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, laufen wir Gefahr, dass dieser Job- und Wachstumsmotor gebremst wird.“

Der deutsche Mittelstand könnte deutlich mehr Umsatz machen und die Wirtschaft vorantreiben, wenn er Mittel für Zukunftsinvestitionen leichter erlangen würde. Entsprechend geben 20 Prozent der Befragten (2013: 19 Prozent) an, Neugeschäfte wegen nicht getätigter Investitionen verpasst zu haben. Insgesamt gingen dem deutschen Mittelstand nach eigenen Angaben dadurch Umsätze in einer Gesamthöhe von 17,8 Milliarden. Euro verloren.

Breitere Finanzierung bevorzugt

Bei Investitionen greifen laut Umfrage 80 Prozent der Unternehmen auf die traditionelle Hausbank zurück. 51 Prozent würden ebenfalls alternative Finanzdienstleister in Anspruch nehmen. „Die klassische Hausbank ist bei kleineren und mittleren Unternehmen seit Jahren als fester Partner verankert“, sagte Joachim Secker. „Bei den Finanzprodukten hat Leasing im Vergleich zum klassischen Bankkredit aber deutlich an Attraktivität gewonnen.“ 16 Prozent der Befragten geben Leasing als bevorzugte Finanzierungsquelle an. Zum Vergleich: Auf den klassischen Bankkredit setzen nur 11 Prozent (2013: 25 Prozent). Insgesamt fallen alternative Finanzierungslösungen für Mittelständler immer stärker ins Gewicht.

Allgemein greifen mittelständische Unternehmen immer weniger auf Fremdkapital zurück. 55 Prozent der Mittelständler streben an, Investitionen vor allem aus dem Eigenkapital des Unternehmens zu stemmen (mehr dazu – hier). „Hier muss mehr Dialog stattfinden“, so Secker. „Das Vertrauen in die Finanzbranche ist scheinbar immer noch nicht wiederhergestellt.“

 

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