Export nach Russland bricht um 16 Prozent ein

Die deutschen Ausfuhren in die Ukraine fallen im Januar und Februar um gut ein Fünftel. Warenlieferungen nach Russland brachen um 16 Prozent ein. Die Währungsabwertung und die Krim-Krise verunsichern der DIHK zufolge die Kunden.

Die deutschen Exporte nach Russland sind schon vor den ersten Sanktionen wegen der Ukraine-Krise eingebrochen. In den beiden ersten Monaten dieses Jahres fielen die Ausfuhren um 16 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf rund 4,7 Milliarden Euro, wie aus Reuters am Montag vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Damit hat sich der im vergangenen Jahr begonnene Abwärtstrend erheblich verschärft: 2013 waren die Exporte nach Russland um fünf Prozent auf 36 Milliarden Euro gefallen.

Noch stärker gingen im Januar und Februar die Exporte in die Ukraine zurück. Sie schrumpften um mehr als ein Fünftel auf 659 Millionen Euro.

Grund dafür dürfte die Talfahrt der beiden Währungen Rubel und Hrywnia sein. Diese waren im Februar auf Rekordtiefs gefallen, nachdem Anleger wegen der Krim-Krise massenhaft Geld aus beiden Ländern abzogen. Dadurch werden Waren „Made in Germany“ teurer (mehr zum Thema Made in Germany – hier).

„Der starke Einbruch der Währungen ist der Hauptgrund für die sinkenden Exporte“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. „Darüber hinaus hat die Krim-Krise Verbraucher wie Unternehmen vor Ort stark verunsichert.“ Eine rasche Trendwende sei nicht in Sicht. „Unsere Exporte nach Russland brechen in diesem Jahr um acht bis zehn Prozent ein, selbst wenn sich die Krise mit der Ukraine nicht noch weiter verschärft“, sagte Treier zu Reuters.

Ein anderes Bild ergibt sich bei den Einfuhren. Die Warenimporte aus Russland erhöhten sich in den beiden ersten Monaten um fünf Prozent auf 7,3 Milliarden Euro (mehr Import-Daten – hier). Experten gehen davon aus, dass sich deutsche Unternehmen mit Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas eingedeckt und ihre Speicher aufgefüllt haben. Die Einfuhren aus der Ukraine legten im Januar/Februar sogar um elf Prozent auf 273 Millionen Euro zu.

Die EU und die USA stehen vor einer Verschärfung der Sanktionen wegen des russischen Vorgehens im Ukraine-Konflikt. Im Gespräch ist die Ausweitung der seit März bestehenden Strafmaßnahmen wie Kontensperren und Einreiseverbote. Auch Wirtschaftssanktionen könnten in nächster Zukunft verhängt werden.

 

Kommentare

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  1. Peter G. sagt:

    So sehen also die „Sanktionen“ gegen Russland aus. Bei mir wächst der Verdacht, dass es im Grunde die EU und besonders Deutschland sind, die getroffen werden sollen. Dafür spricht auch der Umstand, dass besonders deutsche Spitzenpolitiker im Vorfeld des Putsches vorgeprescht sind und es besonders eilig mit Zusagen an Kiew hatten. Es galt, das gute wirtschaftliche und(etwas weniger) politische Verhältnis zu beschädigen.

  2. binik sagt:

    Der Deutsche verliert am Umsatz, der Russe kauft eigene Produkte und unterstutzt der russische Markt. Wer hat hier verloren, Frau Merkel?

  3. Hans von Atzigen sagt:

    Für den sog. Westen gibt es kaum rationale Gründe gegen Russland auf Konfrontationskurs zu gehen. (Ausser dem Frust des eigenen vor allem Wirtschaftlichen Niederganges) Ein weiterer Grund ist sicher auch Weltbildlicher Ausrichtung. Der Westen hat sich das Internationalistische Globalisierte Weltbild verpasst, verbunden mit Dominanzanspruch, der unübersehbar an seine Grenzen stösst. Ein Umstand der denn doch erheblich am eigenen Ego kratzt. Russland hat vor allem unter Putin einen gemässigt nationalistischen Kurs eingeschlagen. Da tobt ein vom Westen nur vage erkannter Kulturkampf.
    Wirtschaft, Wirtschaftliche Hintergrundbasis.
    Russland ist im wesentlichen der letzte Staat weltweit der notfalls auch völlig autark weiterleben kann. Das Geostrategische Tandem Russland- China wird für den Westen zunehmend zur Knacknuss.
    Die fundamentale Globale Entwicklung verspricht wenig erfreuliches vor allem Wirtschaftlich. Mit zwangsläufig im Endeffekt auch unerfreulichen letztlich auch militärischen Folgeerscheinungen.
    Ob eine Konfrontation gegen Russland das gelbe vom Ei ist?
    Könnte sich als Irrtum herausstellen. Als letztlicher Kapitalfehler des Westens.
    Bereits nach dem Ende des kalten Krieges wurden die Weichen gestellt, in eine Richtung die den Westen zunehmend überfordert.
    Irgendwann in der Zukunft werden die Geschichtsbücher urteilen.

    • Gustav sagt:

      Der sog. Westen wird von den USA gelenkt und geleitet. Im Wesentlichen geht es dabei um Öl, Geld und Nahrung, die einer weltweiten US-dominanz unterworfen werden sollen und bereits weitgehend sind. Organe des US-Imperiums sind die FED, der IWF, die Weltbank, die WTO, die UN und andere. Die Deutungshoheit und die veröffentlichte Meinung beherrschen unsere gesteuerten Medien und CNN weltweit. Wo sind Wiederstand gegen die US-Herrschaft zeigt, da wir er mit brutaler Militärmacht gebrochen. Jüngste Beispiele Irak, Libyen, Afghanistan oder Syrien. Die Liste davor ist lang. Jetzt werden die Finger nach Russland ausgestreckt indem der Umsturz in der Ukraine herbeigeführt und finanziell unterstützt wurde. Die Ukraine ist nur der Startpunkt, an Georgien wird „gearbeitet“.
      Ich empfehle den Beitrag zu lesen:
      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/dr-paul-craig-roberts/ein-krieg-rueckt-immer-naeher.html