Franzosen kaufen weniger ein

Die Konsumenten in Frankreich schätzen ihre finanzielle Situation schlecht ein. Ihre Kauflaune trübt sich daher ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel so kräftig wie zuletzt vor 20 Jahren.

Die Kauflaune der Franzosen hat sich im April überraschend eingetrübt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel um drei auf 85 Zähler, wie das nationale Statistikamt Insee am Dienstag mitteilte. Damit entfernte sich das Barometer von seinem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet, nachdem es zuvor zwei Anstiege in Folge gegeben hatte.

Grund dafür ist, dass die Franzosen ihre persönlichen finanziellen Aussichten so schlecht bewerteten wie seit Dezember 2011 nicht mehr. Dieses Barometer fiel um elf Punkte und damit so kräftig wie zuletzt vor mehr als 20 Jahren. Frankreich gilt als eines der Sorgenkinder in der Euro-Zone.

Im März stieg die Zahl der Erwerbslosen um 1600 auf 3,349 Millionen, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Zwar ist das faktisch unverändert zum Vormonat. Zum Vorjahr stellt es allerdings einen Anstieg von 4,1 Prozent da. Die Quote beträgt damit 10,2 Prozent. Damit gelingt der Regierung von Präsident Francois Hollande nicht die Wende. Er hatte zugesagt, bis Ende vergangenen Jahres den Trend umzukehren. Seine Zustimmungswerte sind auf ein Rekord-Tief gefallen (mehr hier).

 

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