Siemens will Linzer VAI an Mitsubishi verkaufen

Siemens will 70 Prozent des österreichischen Anlagenbauers VAI an Mitsubishi verkaufen. Der Firmenwert von VAI liegt bei 800 Millionen Euro.

Zum geplanten Umbau von Siemens sickern die ersten Einzelheiten durch. Finanzkreisen zufolge will der Münchener Industriekonzern seine österreichische Anlagenbau-Tochter Siemens VAI an den japanischen Konkurrenten Mitsubishi Heavy Industries verkaufen. Ein Insider sagte Reuters am Sonntag, Mitsubishi habe den Zuschlag für einen Anteil von 70 Prozent an dem Spezialisten für Hütten- und Walzwerktechnik erhalten. Das hatten zuvor bereits die „Oberösterreichischen Nachrichten“ aus Linz, dem Sitz von VAI, berichtet. Siemens behalte 30 Prozent, um für die von VAI gebauten Industrieanlagen weiter Teile liefern zu können. Das Unternehmen beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter, davon 1.600 in Linz. Der Firmenwert von Siemens VAI war zuletzt auf 800 Millionen Euro taxiert worden.

Verkündet werden soll der Verkauf am 7. Mai, wenn Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser seine künftige Strategie vorstellen will und Siemens die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal 2013/14 veröffentlicht. Ein Siemens-Sprecher nahm zu den Informationen keine Stellung. Mitsubishi war am Samstag nicht erreichbar.

VAI liefert Ausrüstungen und Anlagen für die Stahlindustrie. Das Unternehmen war ein Teil der ehemaligen österreichischen Technologiefirma VA Tech, die 2005 in Siemens aufgegangen war. Auch aus Österreich hatte es Interessenten für VAI gegeben. Der Investor Michael Tojner hatte Anfang April sein Interesse an Teilen oder auch – gemeinsam mit Partnern – an der ganzen VAI bekundet. Tojner ist Chef des Industriekonzerns Montana Tech Components, der auch in der Stahlindustrie aktiv ist.

Die Erwartungen der Finanzmärkte an Kaesers neuer Strategie sind groß. Im Umfeld von Siemens geht man davon aus, dass der Nachfolger von Peter Löscher die Einteilung in vier Großsektoren Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur abschafft. Vor allem das Infrastruktur-Segment hatte nicht die erhoffte Entwicklung genommen. Zum neuen, im Oktober beginnenden Geschäftsjahr sollen die Unternehmenseinheiten kleiner werden. Es dürfte aber bei etwa 16 eigenständigen Geschäftsbereichen bleiben. Auch einige Teilbereiche wie etwa die Hörgeräte-Sparte, dürfte Kaeser zur Disposition stellen. Finanzinvestoren stehen als potenzielle Käufer bereit.

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