EZB: Preise in der Euro-Zone steigen nicht schnell genug

Die Preise in der Euro-Zone lagen im April um 0,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor, so Eurostat. Damit liegt die Inflationsrate zwar leicht höher als im März, aber immer noch deutlich unterhalb der EZB-Zielmarke von 2 Prozent. Es droht eine weitere geldpolitische Lockerung.

Die Inflation in der Euro-Zone ist im April wieder leicht gestiegen. Allerdings zogen die Verbraucherpreise weniger stark an, als die EZB gehofft hatte.

Die Jahres-Teuerung kletterte auf 0,7 Prozent nach 0,5 Prozent im März, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. Niedrige Teuerungsraten dienen den Zentralbanken als Vorwand zum Gelddrucken, das heißt zur Entwertung des Geldes.

Zentralbanken und Politiker – zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel – warnen vor einer Deflation, das heißt vor fallenden Preisen. Diese würden den Bürgern in einer Wirtschaftskrise zwar helfen. Doch die Schuldner, vor allem die Staaten, hätten noch größere Probleme, ihre Schulden zu bedienen.

Daher verbreiten Zentralbanken und Politiker die Angst, ein Preisverfall auf breiter Front sei schädlich für eine Volkswirtschaft. Sie sagen, dass Konsumenten in der Erwartung sinkender Preise ihren Konsum ebenso aufschieben wie Firmen ihre Investitionen. Dass dies nicht stimmt, zeigt etwa der Markt für Computer und Handys. Diese werden stets billiger, ohne dass dies der Branche schaden würde.

EZB-Ratsmitglied Patrick Honohan bezeichnete die Teuerung von 0,7 Prozent als gering. Die EZB müsse nun ihre verfügbaren Instrumente so wirksam wie möglich einsetzen, um die Inflation wieder in die Richtung der Zielmarke zu bekommen. Von stabilen Preisen spricht die EZB erst bei Werten von knapp 2 Prozent.

Preisdruck kam im April von Dienstleistungen, die im Schnitt um 1,6 Prozent mehr kosteten. Dazu zählen etwa Pauschalreisen, die sich wegen der Osterfeiertage verteuerten. Energie hingegen kostete 1,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Dies habe mit dazu beigetragen, dass die Teuerung insgesamt geringer ausfiel als erwartet, sagte NordLB-Experte Jens Kramer. „Für die EZB ist damit das Thema einer weitergehenden geldpolitischen Lockerung keineswegs vom Tisch.“

Kommentare

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  1. Gustav sagt:

    Goldman Draghi will die Inflation anheizen, damit der kleine Mann enteignet werden kann und mittels Inflation die Schuldenländer entlastet werden. Zusammen mit niedrigen oder 0-Zinsen kostet das alles den Sparer seine Ersparnisse. Danke Mr. Draghi!

  2. wolfgang sagt:

    Deflation hilft den Schuldnern. Sie können ihre Rate leichter tragen und auch mal Sondertilgungen leisten, da die Lebenshaltungskosten fallen.

  3. Hans von Atzigen sagt:

    In einem Soliden Wirtschaftlichen Umfeld sind tiefe Inflationsraten Ausdruck für ein Gesundes Verhältnis zwischen Geldmenge und Realwirtschaftsleistung, Kaufkraft und Real erwirtschaftetem Kapital.
    Die aktuell tiefe Inflationsrate kommuniziert eine Desaster Entwicklung.
    Rasant steigende Geldmenge und tiefe Inflation ergibt zwangsläufig absaufende Realwirtschaft. Sinkende Realeinkommen sowie rasant sinkende real erwirtschaftete Re-Kapitalisierung der Wirtschaft.
    Scheint die haben es immer noch nicht geschnallt.
    Die Realwirtschaft ist längst am absaufen, die Politik des billigen Geldes dient nur noch dem aufrechterhalten von schwarzen Zahlen in den Bilanzrechnungen.
    Das Wirtschaftskurbeln mit Hilfe der Notenpresse ist Ausgereizt.
    Tja die Stunde der bitteren Wahrheit, aus der Traum vom
    Ökonomie- Perpetuum- Mobile.

  4. Ingo W. sagt:

    Mal unterstellt, daß diese „billiges Geld + Inflation ist gut“ Ideologie sinnvoll wäe: warum aber macht man es dann nicht richtig? Statt das Geld den Banken zu geben, die es ja bekanntermaßen horten oder sonstwas damit machen, könnte man einfach auf jedes Girokonto 100 EUR überweisen. Diese 100 EUR würden garantiert umgehend in den Konsum gehen, und die Inflation wie gewünscht anheizen. Pro 10 Millionen Konten wären das 1 Mrd., und man kann das Spielchen bei Bedarf so oft wiederholen, wie nötig.

    • sv sagt:

      Weil jenen, die über die Zentralbanken verfügen die Banken gehören.

      • Gustav sagt:

        … und denen gehören auch die Vasallen-Politiker der USA und der EU, der IWF, die Weltbank, die WTO, die UN, die EU, die EZB und die Deutungshoheit über die gleichgeschalteten Medien.

  5. rew3qrqq3r sagt:

    was für spinner. Vermutlich erzählen die uns das wir bald beim einkaufen noch geld rauskriegen.