Industrie: Nachfrage steigt, Preise weiterhin niedrig

Die steigende Nachfrage nach Industrieprodukten senkt den Kostendruck der Unternehmen in der Euro-Zone. Jedoch sind die Preise noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau. Deutsche Unternehmen steigern die Produktion und stellen Personal ein.

Die Betriebe in der Euro-Zone fuhren im April dank steigender Aufträge ihre Produktion hoch und stellten unterm Strich Mitarbeiter ein, wie am Freitag aus der monatlichen Markit-Umfrage unter rund 3.000 Unternehmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex stieg im Vergleich zum März um 0,4 auf 53,4 Punkte und bleibt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Erstmals seit November 2007 lag das Barometer in allen acht erfassten Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Österreich, Irland, Griechenland) über dieser Marke.

„Es bleibt abzuwarten, ob die Nachfragebelegung sich auch in einer höheren Preismacht niederschlägt.“ Denn diese sei wegen Überkapazitäten und hoher Arbeitslosigkeit in vielen Ländern noch schwach, sagte Williamson (mehr zu den niedrigen Preisen in der Industrie – hier). Indessen nahm der Druck auf der Kostenseite für die Firmen ab. Denn die Einkaufspreise sanken so stark wie seit Juli 2013 nicht mehr. Als Grund dafür nannten die Firmen verschärften Wettbewerb unter den Zulieferern sowie gesunkene Preise für Metalle und Lebensmittel.

Die deutsche Industrie hat ihren Wachstumskurs im April fortgesetzt und weitere Jobs geschaffen. Obwohl das Neugeschäft etwas langsamer zulegte, fuhren die Betriebe ihre Produktion spürbar nach oben.

Die Daten signalisierten, dass sich der Aufwärtstrend leicht beschleunige, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Die Firmen hätten ihre Fertigung mit der zweitgrößten Wachstumsrate seit fast drei Jahren erhöht (mehr hier). „Dennoch zeigten sie die Unternehmen relativ vorsichtig bei der Einstellung neuer Mitarbeiter und der Beschaffung von Produktionsmaterial.“ Zudem werde sich in den kommenden Monaten zeigen, ob die schwächere Auslandsnachfrage nur vorübergehend sei oder „ob die Aufwertung des Euro deutliche Auswirkungen auf die Exportgeschäfte haben wird“.

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