Risiko Crowdfunding: Unternehmen bekommen Alles oder Nichts

Die Potenziale von Crowdfunding sind für Unternehmen interessant. Es bedarf nur einer strategisch geplanten Kampagne, mit der Projekte auf die Beine gestellt werden können. Der Schlüssel dabei ist, eine geeignete Finanzierungssumme zu wählen, die die Finanzierung eines Projektes realistisch aussehen lässt. Das Prinzip „alles oder nichts“ ist dabei für die Kapitalgeber attraktiv.

Erfolg bei Crowdfunding hängt oftmals von einer aktiven Online-Kommunikation, einer geeigneten Finanzierungssumme und einer strategisch durchgeplanten Kampagne ab. Dann können Unternehmen neben dem monetären Aspekt von zahlreichen weiteren Mehrwerten profitieren. Zukünftige Produkte und Dienstleistungen können bereits beworben und vorverkauft werden, potenzielle Zielgruppen werden ausgelotet und Marktbedürfnisse abgeschätzt.

Ob ein ergonomischer Bürostuhl, Kufen für Rollstühle im Schnee oder eine Espressomaschine für das neue Ladengeschäft: Crowdfunding bietet Unternehmen neue Chancen.

Da Crowdfunding in der Schweiz bislang kaum adressiert wurde, hat ein Team von Forschenden des Schweizerischen Instituts für Entrepreneurship SIFE der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur untersucht, wie die Plattformen in der Schweiz funktionieren, was den Erfolg von Projekten ausmacht und warum es gerade auch für Unternehmen zahlreiche Mehrwerte bietet.

„Gerade für Unternehmen bietet es sich an, ein neues Projektvorhaben in Form eines Produkts oder einer Dienstleistung auf einer Crowdfunding-Plattform zu platzieren“, sagte Projektleiterin und Co-Autorin Wagner. Die Mehrwerte, die sich dadurch ergäben, sind vielfältig. Unternehmen können gezielt eine Online-Community aufbauen und erweitern, Werbung und PR für das neue Produkt lancieren, potentielle Kundenbedürfnisse ausloten und Impulse für Produktverbesserungen aus der „Crowd“ generieren. Nicht zuletzt können Produkte und Dienstleistungen vorab verkauft werden, bevor Herstellungskosten anfallen.

Die meisten Plattformen folgen dabei dem Alles-oder-Nichts-Prinzip: Nur wenn das Projekt die Finanzierungssumme erreicht oder überschreitet, wird das Geld ausgezahlt. „Wer vorab die Finanzierungssummen von vergleichbaren Projekten prüft und einen realistischen Betrag wählt, gute Online-PR betreibt und die gesamte Kampagne strategisch aufsetzt und durchplant, erhöht seine Erfolgschancen deutlich“, so Wagner.

Die Erfolgsquote von Projekten liegt beispielsweise auf der Schweizer Crowdfunding-Plattform 100 Days bei knapp 50 Prozent. Die erfolgreichen Projekte konnten in dieser Plattform jeweils bis über 70 Geldgeber gewinnen.

Dabei ist der Erfolg von vielen Faktoren abhängig. Beispielsweise ist es besonders wichtig eine geeignete Finanzierungssumme zu wählen, die auf der einen Seite signalisiert, dass das Geld ausreicht, um ein Projekt zu realisieren und gleichermaßen nicht zu hoch ist, um unrealistisch oder unfair zu erscheinen. Darüber hinaus tragen flankierende Maßnahmen der Online-Kommunikation wie z.B. regelmäßige Projektupdates, ein Video zum Projekt sowie eine Homepage des Projektbetreibers auch maßgeblich zum Erfolg bei.

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