Industrie: Aufträge aus den Euro-Ländern brechen ein

Die Deutsche Industrie zieht deutlich weniger Aufträge an Land. Die Nachfrage aus der Euro-Zone ist schwach, das Neugeschäft mit den Euro-Ländern schrumpfte um 9,4 Prozent. Ein starker Rückgang ist bei den Konsumgütern zu verzeichnen (-5,3%).

Überraschender Rückschlag für die deutsche Industrie: Nach vier Anstiegen in Folge sanken ihre Aufträge im März erstmals wieder, und das gleich so stark wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Das Markit-Institut hatte vergangene Woche von einem Auftragsplus der Industriebetriebe in der Euro-Zone im April berichtet (mehr hier).

Die Bestellungen im März fielen vor allem wegen der schwächeren Nachfrage aus der Euro-Zone um 2,8 Prozent geringer aus als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Ökonomen hatten dagegen ein Plus von 0,3 Prozent erwartet nach einem Zuwachs von 0,9 Prozent im Februar.

„Der Anteil der Großaufträge war für einen März anders als im Vormonat stark unterdurchschnittlich“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. „Infolgedessen gingen insbesondere weniger Aufträge für Investitionsgüter und weniger Aufträge aus dem Euroraum ein.“ Auch die „aktuellen geopolitischen Ereignisse“ – gemeint ist wohl die Ukraine-Krise – könnten zum Minus beigetragen haben.

Die Nachfrage aus dem Inland ging um 0,6 Prozent zurück, die aus dem Ausland um 4,6 Prozent. Dabei schrumpfte das Neugeschäft mit den Euro-Ländern um 9,4 Prozent, das mit dem Rest der Welt um 1,7 Prozent. Besonders kräftig fielen die Bestellungen für Konsumgüter mit 5,3 Prozent. Bei den Investitionsgütern, zu denen beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge gehören, gab es einen Rückgang von 3,6 Prozent (mehr hier). Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien nahm um 1,2 Prozent ab. Im gesamten ersten Quartal stagnierten die Aufträge auf dem Niveau des letzten Vierteljahres 2013.

 

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Kommentare

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  1. Ralf sagt:

    Auftragseinbrüche in €uroländern! Wie klingt denn das bitte? Und das alles vor den „€U-Wahlen“. Also ein bißchen mehr Optimismus bitte! Es darf auch ein bißchen mehr an Optimismus sein.
    Das geht ja gar nicht zusammen mit all den anderen Jubelmeldungen, daß Griechenland, Portugal und Spanien die Rettungsschirme verlassen und sich selbst am Markt finanzieren können.
    Was soll denn der „€U-Propagandakommissar“ davon halten. Das schafft der niemals mehr bis zum Wahltermin, die total verwirrten Schäfchen/Wähler wieder einzunorden, auf daß diese wieder die „demokratischen“ Parteien weiterhin wählen, friedlich vor sich hinblöken und weiterhin Vertrauen in die „€U-Institutionen“ einschließlich des €uro haben.
    Auf das wir immerfort Jubelstürme, Fanfarenklänge und Lobpreisungen zu Ehren der „€U“ und ihrer hochwohlgeborenen Damen und Herren erklingen lassen.
    Und ich freue mich schon auf den Tag, wo ich mit einem blauen Winkelement/Fähnchen am Straßenrand stehen und den hohen Damen und Herren durch Zuwinken mittels Winkelement die €hre erweisen darf.

    Darauf ein dreifaches Mäh, Mäh, Mäh.

  2. Friedel Stumpf sagt:

    Da solte doch Deutschland noch ein paar Kredite mehr geben, damit die Eurolaender wieder bei uns einkaufen koennen! So sichern wir fuer die naechste Zeit Arbeitsplaetze.
    Ein Arbeitender denkt nicht viel nach und geht auch nicht auf die Strasse. Das Erwachen irgend wann wird dann um so schlimmer!