Volle Lagerbestände: Unternehmen drosseln Produktion

Deutsche Unternehmen schützen sich gegen Überproduktion und stellen weniger Waren her. Die Lager sind voll, die Nachfrage bleibt vorerst schwach. Die Preise werden unter diesen Voraussetzungen nicht weiter ansteigen. Allein im produzierenden Gewerbe wuchs die Produktion im ersten Quartal leicht.

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im März überraschend gedrosselt. Sie stellten 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Das war der erste Rückgang nach zuvor vier Anstiegen in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar noch ein Wachstum von 0,6 Prozent gegeben hatte.

Trotz des Rückschlags wuchs die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe – Industrie, Bau- und Energiewirtschaft – im ersten Quartal um 1,2 Prozent (mehr hier). Das ist fast doppelt so stark wie im letzten Vierteljahr 2013. In diesem Tempo dürfte es aber nicht weitergehen. „In der Industrie kündigt sich für das zweite Quartal angesichts der aktuell zurückhaltenden Entwicklung der Auftragseingänge vorübergehend eine schwächere Aufwärtsdynamik an“, erklärte das Ministerium. Die Bestellungen waren im März wegen der schwächeren Nachfrage aus den Euro-Ländern um 2,8 Prozent gefallen. Auch am Bau zeichne sich eine Abkühlung ab. „Hier dürfte die Frühjahrsbelebung nach dem milden Winter weniger kräftig ausfallen als gewohnt“, so das Ministerium (hier).

Die Industrie fuhr ihre Produktion im März um 0,4 Prozent zurück (hier). Die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien meldeten dabei mit 0,9 Prozent das größte Minus. Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen drosselten ihren Ausstoß um 0,2 Prozent. Die Konsumgüterbranche produzierte dagegen 0,5 Prozent mehr. Die Bauproduktion fiel um 2,2 Prozent. Die Energieversorger fuhren ihre Erzeugung um 1,8 Prozent hoch.

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