EZB gibt nach: Draghi könnte Inflation im Juni antreiben

Mario Draghi kündigt an, die fallenden Preise in der Euro-Zone bald wieder stärken zu wollen. So ist im Juni mit einer Lockerung der EZB-Geldpolitik zu rechnen, die die Inflation in der Euro-Zone antreiben soll. Damit gibt der EZB-Chef den Forderungen aus Frankreich nach.

EZB-Chef Mario Draghi geschürte Spekulationen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik haben den Kurs des Euro leicht gesenkt. Die Gemeinschaftswährung verlor einen Cent. Die Aktienbörsen legten dagegen zu. Der Dax verabschiedete sich mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 9607,40 Punkten in den Feierabend, der EuroStoxx50 gewann 1,4 Prozent auf 3204,30 Zähler.

Draghi bekräftigte auf einer Pressekonferenz die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB), eine drohende Deflation – eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen – zu bekämpfen. „Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln“, fügte er hinzu.

„Draghi verstärkt die Erwartung, dass im Juni etwas passiert“, sagte Holger Schmieding, Chef-Volkswirt der Berenberg Bank. Er sage aber auch, dass die Entscheidung von den dann zur Veröffentlichung anstehenden EZB-Projektionen für die wirtschaftliche Entwicklung abhänge. „Draghi lässt sich damit alle Hintertürchen offen.“

Der Euro verbilligte sich auf 1,3862 Dollar. In den ersten Minuten der Draghi-Pressekonferenz hatte er noch bei 1,3990 Dollar gelegen.

Damit schenkt der EZB-Chef den Forderungen aus Frankreich Gehör. Die französische Regierung hatte wiederholt eine Änderung der Geldpolitik gefordert (hier). Die Preise im Euro-Raum sind im Keller (hier). Die Unternehmen haben ihre Produktion zurückgefahren (hier). Auch in Deutschland ist der Trend zu spüren (hier).

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Kommentare

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  1. womble sagt:

    In Wirklichkeit zeichnet sich bereits seit Jahren ein Double-Dip (Deflation-Inflation) Szenario ab, ersichtlich in alternativen Wirtschaftsmedien wie zb. Shadow Stats usw.

    Draghi hat Recht und es wird wohl böse enden, irgendwann-
    denn rein mathematisch kann man noch oft den Leitzins halbieren… 😉

    Warum wohl stehen in den DAX Konzernen die Lichter wieder auf Stellenabbau?

    Grundsätzlich gilt: echter BIP= BIP minus Inflationsrate.

    So habe ich jetzt leider von Draghi, eine alte Einschätzung von mir bestätigt bekommen.

  2. Gustav sagt:

    Draghi, der Agent von Goldman , befolgt die Weisungen der FED. Der Unfug von der Deflation wird dahergeredet, um dem verdummten Volk verkaufen zu können, warum man 0% Leitzins der EZB „einführen muss“. Die EZB druckt massenhaft Papiergeld und kauft damit in grossem Stil Staatsanleihen von Schuldenländern, damit sich diese noch weiter verschulden können. Dadurch wird das Karusell aus Schulden-Schuldzinsen-neuen Schulden-weiteren Schudzinsen, usw. am laufen gehalten. Die Staaten kommen dadurch immer tiefer in die Schuldenfalle der US-Finanzmächte und in deren Abhängigkeit. Dies betrifft übrigens nicht nur die Südländer der EU, sondern alle westlichen Staaten, einschliesslich der USA und Deutschland. Zur Zeit wird die Ukraine mittles Milliardenkrediten des IWF und der EU sturmreif geschossen als neues Mitglied im Club der abhängigen Vasallenstaaten.

  3. Thomas Fischer sagt:

    Die Deflation wird herbeigeredet und ist bar jeder Realität. Es geht darum, einer Inflation den Weg zu bereiten (die wir ja schon haben), um Europa mit wertlosen Papierscheinen zu überfluten. Die Bürger sollten zusehen, ihr Geld in Werthaltiges zu investieren…

  4. Bernhard sagt:

    Lassen Sie uns mal zurückschauen: Der Rückgang der Verzinsung müsste nach dieser obigen Theorie ja seit Jahren zu einem Preisanstieg führen. Wir sind jetzt bei 0,25 Punkten angelangt, aber schon sind -0,25 im Gespräch. Und es ist zu befürchten, dass sich dann auch nichts ändert.

    Weil die Menschen in den westlichen Staaten KEINE VERMÖGEN haben. Nicht die Vermögenden schaffen den notwendigen Umsatz, die breite Masse ist es – und die darbt, systembedingt. Und weil die breite Masse darbt, dreht sie jeden Cent dreimal um und erlebt dabei, dass die Verkaufstechniken Amazon … dazu führen, dass ein gnadenloser Preiskampf herrscht. Die breite Masse kauft nur dann, wenn sie etwas unbedingt braucht.

    Herr Draghi will die Zinsen weiter senken. Das wird dazu führen, dass auch Spielraum bei den Preisen neu gewonnen wird, weil Zinskosten Teil der Preiskalkulation sind.

    Herr Draghi versucht nach alten Rezepten zu sanieren, wie auch Japan damit gescheitert ist. Herr Draghi ist jemand von vorgestern – andernfalls besteht der Verdacht, dass Draghi ganz andere Ziele verfolgt.