SLM-Börsengang fällt kleiner aus als erwartet

Der Börsenstart des 3D-Drucker-Herstellers SLM Solutions fällt zunächst kleiner aus als erwartet. SLM konnte jedoch wie geplant 75 Millionen Euro einnehmen. Die innovative Fertigungstechnik gilt als revolutionäre für die Industrieproduktion. Der Börsengang von Autozulieferer Stabilus steht unmittelbar bevor.

Nach monatelanger Flaute wagen sich auch in Deutschland immer mehr Unternehmen an die Börse. Der 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions hat am Freitag trotz einiger Mühen den Sprung an die Frankfurter Börse geschafft. Der Börsengang fiel jedoch kleiner aus als geplant. Die Altaktionäre verkauften wegen des niedrigen Emissionspreises weniger Aktien. SLM war vom Abwärtstrend bei Papieren anderer Anbieter dieser Technologie in Mitleidenschaft gezogen worden. Die schwedische Arcam hatte binnen vier Wochen 30 Prozent ihres Börsenwertes verloren. SLM selbst nimmt wie geplant 75 Millionen Euro für seine Expansion ein. Mit 3D-Druckern lassen sich beliebige dreidimensionale Bauteile oder Formen herstellen – von Zahnkronen bis zu Einspritzdüsen für Flugzeug-Triebwerke.

SLM Solutions ist der erste echte Börsengang in Frankfurt in diesem Jahr (mehr hier), während die Börsen in London und anderswo in Europa sich vor teils milliardenschweren Emissionen kaum retten können. Ende April hatte in Frankfurt zwar auch der österreichische Wohnimmobilien-Konzern Buwog sein Börsendebüt gefeiert, seine Aktien wurden aber nicht Investoren angeboten, sondern den Aktionären der Muttergesellschaft Immofinanz ins Depot gebucht. Im Juni oder Juli wird der Börsengang des Dachpfannen- und Schornsteinherstellers Braas Monier erwartet.

Der Autozulieferer Stabilus will SLM an die Börse folgen. Der für den 23. Mai geplante Börsengang des Koblenzer Gasfedern-Spezialisten soll mit bis zu 292 Millionen Euro etwas größer ausfallen als die 180 Millionen Euro schwere Emission von SLM Solutions. SLM-Aktien stiegen am ersten Handelstag am Freitag bis auf 18,79 Euro, nachdem sie zu 18 Euro ausgegeben worden waren – am unteren Ende der Preisspanne.

Bei Stabilus beginnt am Montag die Zeichnungsfrist, die bis zum 22. Mai dauert. Das Unternehmen, das von der Commerzbank und JP Morgan begleitet wird, bietet seine Aktien zwischen 19 bis 25 Euro an. Damit wird Stabilus mit 400 Millionen bis 510 Millionen Euro bewertet und könnte im September in den Kleinwerteindex SDax einziehen. Der Finanzinvestor Triton will seine Beteiligung zunächst von 90 auf 50 bis 42,5 Prozent reduzieren. Stabilus will 65 Millionen Euro einnehmen, um eine Anleihe zum Teil zurückzukaufen (mehr zur Herausforderung der Autozulieferer in den Schwellenländern – hier).

Stabilus sieht sich mit einem Marktanteil von 70 Prozent als unangefochtene Nummer eins bei Gasdruckfedern für Autos, die in Heckklappen oder Motorhauben stecken, aber auch in Drehstühlen. „Um ganz hart zu sein, haben wir im Gasfederbereich keinen nennenswerten Wettbewerber“, sagte Finanzvorstand Mark Wilhelms. 2012/13 (per Ende September) lag der Umsatz bei 460 Millionen Euro. „Wir wollen dieses Jahr die Fünf vorne sehen“, sagte Vorstandschef Dietmar Siemssen. Im ersten Halbjahr 2013/14 stieg der Umsatz um zwölf Prozent. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte auf 21,2 (13,3) Millionen Euro.

Mehr Schwung könnte dem deutschen Aktienmarkt der Online-Modehändler Zalando verleihen, dessen Börsengang im Herbst stattfinden könnte (mehr dazu – hier). Die Berliner Firma hat nach Reuters-Informationen bereits Investmentbanken ausgewählt, die sie an die Börse begleiten sollen. Doch Vorstand Rubin Ritter hielt sich auch bei der Vorstellung der Quartalszahlen weiter bedeckt. Ein Börsengang gehöre zu den Optionen, sagte er nur. „Unser Fokus liegt aber auf dem Aufbau des Geschäfts.“ Die zuletzt mit 3,8 Milliarden Euro bewertete Zalando werde auch in diesem Jahr noch rote Zahlen schreiben.

 

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.