Merkel will sich bei Alstom-Übernahme durch Siemens nicht einmischen

Die mögliche Teilfusionierung von Siemens und Alstom ist eine unternehmerische Entscheidung, sagte Bundeskanzlerin Merkel. Deutschland werde sich dabei nicht einmischen. Die französische Regierung hingegen will darauf achten, was das Beste für die Beschäftigten ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande halten sich mit einer klaren Positionierung zu einer einer möglichen Teilfusionierung von Siemens und Alstom noch zurück.

„Das sind unternehmerische Entscheidungen, da mischen wir uns jedenfalls von deutscher Seite nicht ein„, sagte Merkel nach einem Treffen mit Hollande am Samstag in Stralsund. Wie der Präsident betonte sie, dass man zunächst abwarten müsse, ob Siemens ein formelles Angebot für ein Zusammengehen abgeben werde. Sollten die Firmen dies anstreben, würde die Bundesregierung dies „positiv begleiten“.

Auch Hollande sagte, es gehe vor allem um eine Entscheidung der Industrieunternehmen. Die französische Regierung werde vor allem darauf achten, was das Beste für die Beschäftigten von Alstom und Siemens sei und wo die Entscheidungszentren bei einer Fusion liegen würden.

Im Gespräch war in den vergangenen Wochen etwa ein Zusammengehen der Energie- und Verkehrssparten beider europäischer Unternehmen. Auch der US-Konzern General Electric will Alstom übernehmen.

Hollande sagte, die Gespräche mit der Kanzlerin und die von Industrieminister Arnaud Montebourg mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Freitag hätten zunächst dazu gedient, sich über die Positionen beider Regierungen klarzuwerden.

Am Mittwoch hatte Siemens-Chef Joe Kaeser erklärt, er habe sich im Übernahmepoker um die Energietechnik von Alstom mit Merkel abgestimmt. Am Freitag war Kaeser nach Angaben aus französischen Regierungskreisen in Paris zu Gesprächen mit Beratern von Präsident Hollande.

Kommentare

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  1. hans sagt:

    Wenn die „gute“ Frau sowas verkündet, hat sie sich bereits eingemischt.

  2. Brennstoff sagt:

    Wenn Siemens sich nicht gehörig die Finger verbrennen will, sollte es die Teilfusion mit Alstom nicht einmal im Traum erwägen.
    Pfoten weg von diesem überregulierten, mit Personal überfrachteten, unbeweglichen, nicht staatlichen Staatsunternehmen.
    Das der französische Staat schon mehrfach mit riesigen Summen den Laden retten musste, der jetzt schon wieder der Rettung bedarf, sollte doch Warnung genug sein.
    In diesem Sack ist alles mögliche, nur keine Katze.