Sozialer Friede lockt ausländische Unternehmen nach Deutschland

Ausländische Investoren haben sich 2013 so zahlreich in Deutschland angesiedelt wie nie zuvor. Neben der guten Infrastruktur und der günstigen Lage in der Mitte Europas spielt seit dem Beginn der Eurokrise auch der soziale Friede hierzulande eine entscheidende Rolle.

Deutschland wird immer mehr zum Magneten für ausländische Investoren: 2013 siedelten sich so viele Unternehmen neu an wie noch nie.

992 Projekte zählte die für das Standortmarketing der Bundesrepublik zuständige Gesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI). Das entspricht einem Plus von 16 Prozent zum Jahr davor.

„Seit Ausbruch der Euro-Krise spielt für Investoren das soziale Klima und die Rechtssicherheit eine größere Rolle“, sagte GTAI-Experte Robert Hermann am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. „Hier kann Deutschland zusätzlich punkten – neben seiner hervorragenden Infrastruktur und der günstigen Lage in der Mitte Europas.“

Die meisten Investoren kamen erneut aus den USA und schoben 148 neue Projekte an – von Produktion über Vertrieb bis hin zu Forschung und Entwicklung. „Wollen US-Unternehmen in der Euro-Zone Fuß fassen, kommen sie um Deutschland nicht umhin“, sagte Hermann.

Auf Platz zwei folgten die Schweiz (140), vor China (139) und Großbritannien (56). Mehr als die Hälfte der Investoren kommt aus Europa. „Deutschland mit seiner guten Binnenkonjunktur ist auch für südeuropäische Unternehmen besonders interessant“, sagte Hermann. „Sie können hier die Flaute auf ihren Heimatmärkten ausgleichen.“

Für Asiaten wiederum zähle vor allem der Zugang zu Technologie und die günstige Lage. „Von Deutschland aus kann ganz Europa hervorragend versorgt werden.“

Besonders attraktiv für Ausländer sind Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. „Aber auch Berlin kann punkten – vor allem für die digitale Wirtschaft ist die Hauptstadt interessant“, sagte der GTAI-Experte. Unter den Branchen ziehen Unternehmens- und Finanzdienstleister das größte Interesse auf sich, gefolgt vom Maschinenbau.

Ausländische Investoren haben sich aber nicht nur in nie dagewesener Zahl in Deutschland angesiedelt, sondern auch so viele deutsche Firmen geschluckt wie noch nie. 537 Übernahmen und Fusionen registrierte die Germany Trade & Invest. Auch hier führten die USA mit 99 Deals, gefolgt von Großbritannien (63), der Schweiz (53) und Frankreich (30).

Die von vielen befürchtete Übernahmewelle durch chinesische Unternehmen ist hingegeben ausgeblieben: Nur sieben Geschäfte gingen über die Bühne. Nach einer Umfrage der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young unter 400 großen und mittelständischen Unternehmen in China ist Deutschland in Europa das mit großem Abstand begehrteste Ziel für Investitionen und Zukäufe.

Kommentare

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  1. nome sagt:

    Sozialer Friede erkauft über ein krankes maß an Umverteilung. Wenn der soziale Friede durch die kalte Progression erkauft wurde, dann ist er nichts wert!

    Zumal diese Raubumverteilerei auch direkt dafür sorgt, dass der Industrie die Köpfe verlorengehen, weil die lieber in einem staatlichen Studieninstitut wie dem DItotalnutzlosW herumchillen und die Beschäftigten dieser Wirtschaft von Tag zu Tag frustrierter und demotivierter arbeiten, was natürlich auch Auswirkungen auf die Produktqualität hat.

  2. Friedel Stumpf sagt:

    Sozialer Friede? Wie lange noch!

  3. Swen sagt:

    Die deutschen Sparer deponieren ihr mühsam erspartes Papiergeld bei den ach so sicheren Banken und warten auf die große Inflation.

    Die US-Amerikaner dagegen kaufen für ihr bald wertloses Papiergeld noch schnell die deutschen Firmen auf. Mittlerweile sind die Unternehmen des DAX mehrheitlich in ausländischer Hand.

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt…