Investor rettet insolventen Buchkonzern Weltbild

Der Weltbild-Konzern wird nicht zerschlagen. Der Münchner Finanzinvestor Paragon beteiligt sich mit 51 Prozent an der insolventen Verlagsgruppe und will den Konzern zusammenhalten.

Die insolvente Verlagsgruppe Weltbild hat einen rettenden Geldgeber gefunden. Der Münchner Finanzinvestor Paragon Partners bestätigte am Montag seinen Einstieg bei dem Buchkonzern und versprach, auf die von den Beschäftigten befürchtete Zerschlagung zu verzichten. Gemeinsam mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wolle man die Sanierung des Konzerns mit noch mehr als 1000 Beschäftigten voranbringen, erklärte Paragon. Geiwitz bleibe stellvertretend für die Gläubiger mit 49 Prozent an Weltbild beteiligt. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte sich zunächst nicht äußern.

Weltbild war von der katholischen Kirche zu einem der größten Buchkonzerne Deutschlands aufgebaut worden, der – gemeinsam mit seinem früheren Partner Hugendubel – mit den Rivalen Thalia und Amazon um die Vorherrschaft kämpfte. Doch gegenüber dem US-Onlinehändler Amazon verlor Weltbild zunehmend an Boden (mehr hier). Die Augsburger mussten schließlich einräumen, das Tempo des digitalen Wandels in der Branche unterschätzt zu haben. Nach einem unerwartet hohen Verlust im vergangenen Jahr drehte die Kirche dem Konzern den Geldhahn zu.

Einem Insider zufolge will Paragon 20 Millionen Euro in eine neue Weltbild-Holding einbringen, an der auch Geiwitz für die Gläubiger beteiligt wird. Bei der Belegschaft, die von ehemals mehr als 6.000 Mitarbeitern bereits kräftig ausgedünnt wurde, plane Paragon keine größeren Einschnitte mehr. Einzelne Anpassungen seien aber nicht ausgeschlossen. Das Filialgeschäft, um das viele Mitarbeiter gebangt hatten, solle als Teil des Kerngeschäfts erhalten bleiben. Weltbild betreibt daneben Versandhandel mithilfe von Katalogen und im Internet. Paragon ist mit dem Nutzfahrzeugteile-Händler Europart und dem Motorradzubehör-Vertrieb Polo bereits im Handelsgeschäft tätig.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.