Volkswagen erhöht Anteil an Scania auf über 90 Prozent

Für die Komplettübernahme von Scania ist Volkswagen ein wichtiger Schritt gelungen. Im zweiten Anlauf kann der Wolfsburger Autobauer seinen Anteil an Scania nun über 90 Prozent aufstocken.

VW hat sich im zweiten Anlauf mehr als 90 Prozent der Anteile an dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania gesichert. VW seien insgesamt 90,47 Prozent der Scania-Aktien angedient worden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Damit seien alle Bedingungen für einen Vollzug des Angebots erfüllt – VW werde alle angedienten Aktien für je 200 schwedische Kronen erwerben.

„Wir freuen uns, dass die Aktionäre von Scania unser sehr attraktives Angebot im erforderlichen Umfang angenommen haben“, erklärte VW-Chef Winterkorn. VW hatte lange um die Komplettübernahme zittern müssen und hatte die Annahmefrist verlängert, da zunächst nicht die geforderten 90 Prozent angedient worden waren.

VW will seine Nutzfahrzeugmarken Scania und MAN zusammenführen (mehr hier).

Die Wolfsburger haben den Scania-Miteignern und den Mitarbeitern mehrfach versprochen, die schwedische Lkw-Ikone nach der Übernahme nicht zu zerschlagen. VW habe bewiesen, dass er Marken erfolgreich integrieren könne und ihnen gleichzeitig die nötige Freiheit und Eigenständigkeit lasse. Die erfolgreiche Übernahmeofferte sei eine gute Nachricht für den ganzen Volkswagen-Konzern, sagte Winterkorn, „weil wir nun den nächsten logischen und konsistenten Schritt in unserer Strategie gehen können, die operative Integration von Scania, MAN und Volkswagen Nutzfahrzeuge zu stärken, um auf diese Weise eine führende Nutzfahrzeuggruppe zu schaffen.“ Dabei störten die Scania-Minderheitsaktionäre bislang, denn das schwedische Gesetz räumt ihnen relativ starke Rechte ein. Bisher muss VW bei Scania deshalb darauf achten, dass die übrigen Anteilseigner durch die Zusammenarbeit mit MAN keine Nachteile erleiden.

Volkswagen hat bis Ende April weltweit deutlich mehr Autos verkauft als vor einem Jahr. In den ersten vier Monaten habe der Konzern erstmals mehr als 3,2 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, sechs Prozent mehr als vor Jahrsfrist, sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Dienstag vor den Aktionären in Hannover. Alleine die Hauptmarke VW Pkw hatte den Absatz im Zeitraum Januar bis April um 4,6 Prozent auf knapp zwei Millionen Wagen gesteigert.

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