Chinas Industrie und Einzelhandel bremsen die Wirtschaft

Das Wirtschaftswachstum in China wird voraussichtlich nur knapp über 7 Prozent liegen, das geringste Wachstum seit 24 Jahren. Grund dafür sind die schwachen Zahlen in Industrie und Einzelhandel.

Die Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung in China haben mehrere Dämpfer erhalten. Die Unternehmen produzierten im April zwar 8,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistikamt am Dienstag in Peking mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten aber ein stärkeres Plus von 8,9 Prozent erwartet. Die Einzelhändler zählten 11,9 Prozent mehr in ihren Kassen, während Analysten hier einen Anstieg um 12,2 Prozent vorausgesagt hatten. Auch die Investitionen blieben hinter den Erwartungen zurück.

„Die Dynamik hat sich durchweg verlangsamt“, sagte Nomura-Ökonom Zhiwei Zhang. „Im Mai dürften sich die Daten weiter eintrüben.“ Für das Frühjahrsquartal rechnet der Experte deshalb nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 7,1 Prozent, nach 7,4 Prozent zu Jahresbeginn. „Die große Frage ist nun, ob die Regierung ausreichende Maßnahmen einleitet, um den Abschwung zu dämpfen„, sagte Analyst Wei Yao von Societe Generale.

Ökonomen trauen der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 7,3 Prozent zu – das wäre das kleinste Plus seit 24 Jahren. Nach Jahren des Booms will die kommunistische Führung die Wirtschaft modernisieren, die Abhängigkeit von Exporten senken und den Konsum im eigenen Land stärken. Dafür nimmt sie ein schwächeres Wachstum in Kauf, solange genügend Jobs entstehen und soziale Unruhen vermieden werden können.

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