Werk in Norwegen verursacht Probleme bei Industriekonzern RHI

Ein Stromausfall im Werk nahe Oslo hat einen Brand ausgelöst. RHI kämpfte in dem Werk schon immer mit technischen Problemen. Die Abwertung lokaler Währungen und Unruhen in Venezuela und Brasilien machen dem Industriekonzern außerdem zu schaffen.

Der österreichische Industriekonzern RHI bekommt die Probleme in seinem norwegischen Werk nicht in Griff. Anfang Mai sei es dort zu einem Stromausfall gekommen, der in der Schmelzfabrik einen Brand verursacht habe, teilte RHI am Mittwoch mit. Schadensausmaß sowie Regressansprüche würden derzeit geprüft. Aufgrund der Reparaturarbeiten würden in den nächsten Wochen nicht alle Schmelzöfen zur Produktion zur Verfügung stehen, kündigte der Hersteller von feuerfesten Produkten für die Stahl-, Glas- und Zementindustrie an.

Bei dem Werk nahe Oslo kämpfte RHI von Anfang an mit technischen Problemen. Die aus dem Ruder gelaufenen Kosten bei der Herstellung von Schmelzmagnesia zur Weiterverarbeitung in der Stahl- und Zementindustrie hatten der Firma im vergangenen Jahr die Bilanz verhagelt. Im laufenden Jahr soll der Betriebsgewinn wieder steigen, obwohl das Werk das Ergebnis erneut mit 15 bis 20 Millionen Euro belasten werde, bekräftigte ein RHI-Sprecher. Eine Stilllegung der im Jahr 2012 eröffneten Anlage hat die Firma bisher ausgeschlossen.

Daneben bekam RHI im Auftaktquartal eine starke Abwertung der lokalen Währungen zu spüren. Auch hätten Unruhen in Venezuela und Brasilien sowie politische Spannungen in der Ukraine und der Türkei das Marktumfeld belastet, beklagte RHI. Bei einem um 5,5 Prozent auf 402,3 Millionen Euro gesunkenen Umsatz schrumpfte der Betriebsgewinn um ein Drittel auf 33,6 Millionen Euro.

Für den weiteren Geschäftsverlauf gab sich RHI dennoch zuversichtlich. Der Auftragseingang sei zuletzt im Vergleich zum Jahresende deutlich zweistellig gewachsen. Der Umsatz soll 2014 um drei Prozent zulegen. Die operative Marge inklusive der negativen Effekte aus Norwegen werde zwischen acht und neun Prozent erwartet. Im Vorjahr schrumpfte die Ebit-Marge auf 6,3 Prozent.

Bei den Anlegern kamen die jüngsten Aussagen zu Norwegen nicht gut an. RHI-Papiere verloren 1,3 Prozent auf 24,7 Euro und waren damit die größten Verlierer im Aktienindex ATX.

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