Branche in der Krise: Lebensversicherer Swiss Life muss sparen

Mittelständische Unternehmen in der Schweiz geben ihre Pensionskassen an Versicherungsgesellschaften wie der Swiss Life ab. Diese konnte in der Schweiz weiter wachsen. Das Auslandsgeschäft verlief jedoch schwach.

Ein schwaches Auslandsgeschäft hat dem Lebensversicherer Swiss Life den Jahresauftakt vermiest. Das weiterhin gut laufende Pensionskassengeschäft im Heimmarkt konnte Einbußen in Frankreich und Deutschland nicht auffangen. Die Prämieneinnahmen sanken im ersten Quartal zum Vorjahr um 1,0 Prozent auf 6,9 Milliarden Franken (5,6 Milliarden Euro), wie der Konzern aus Zürich am Dienstag mitteilte.

Im größten Markt Schweiz, der fast drei Viertel der Prämien beisteuert, stiegen die Einnahmen um sieben Prozent. Swiss Life profitierte davon, dass immer häufiger kleine und mittelgroße Unternehmen ihre Pensionskasse nicht mehr selbst verwalten wollen und an Versicherungsgesellschaften übergeben. In der Einzellebensversicherung sorgten neue Produkte und die Vertriebskraft des Marktführers für Zuwächse.

Im zweitgrößten Markt Frankreich dagegen sanken die Einnahmen um vier Prozent und in Deutschland fielen sie um 14 Prozent. In der Geschäftssparte International, in der das Geschäft mit steuerbegünstigten Lebensversicherungen für reiche Kunden angesiedelt ist, brachen die Prämien um 41 Prozent ein. Diese sogenannten Versicherungsmäntel sind in den Verdacht geraten, bei der Steuerhinterziehung eine Rolle zu spielen.

Auch Europas zweitgrößter Versicherer Axa hatte jüngst einen Prämienrückgang bekanntgegeben. Die Lebensversicherungsbranche kämpft mit dem Niedrigzinsumfeld. Das überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren angelegte Kapital der Kunden wirft nur wenig Ertrag ab und macht es schwierig, die versprochenen Renditen zu erreichen. Swiss Life erzielte mit seinen Anlagen in den ersten drei Monaten eine Nettorendite von 1,0 (Vorjahr: 1,4) Prozent. Den niedrigen Zinsen versucht die Branche mit neuen Produkten gegenzusteuern, die risikobereiteren Kunden für den Verzicht auf lebenslange Garantien höhere Verzinsungen in Aussicht stellen.

Zudem setzen viele Versicherer den Rotstift an und versuchen die Kosten zu drücken. Swiss Life hat nach eigenen Angaben 80 Prozent der bis 2015 angepeilten Einsparungen umgesetzt. Der Konzern hatte als Folge des AWD-Debakels Ende 2012 ein Sparprogramm aufgelegt, 400 Stellen werden gestrichen und die Kosten sollen um bis zu 160 Millionen Franken gesenkt werden. Der 2008 übernommene deutsche Finanzmakler hatten die hohen Erwartungen nie erfüllt und schließlich schrieben die Schweizer einen Gutteil des Firmenwerts ab und der Name AWD verschwand.

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