Schmuck und Uhren von Richemont in Asien stark gefragt

Der Umsatz von Richemont steigt wechselkursbereinigt um zehn Prozent auf 10,65 Milliarden Euro. Vor der Mehrwertsteuererhöhung in Japan haben sich reiche Kunden noch schnell mit Uhren und Schmuck eingedeckt. Auch in China steigt die Nachfrage nach Luxusgütern aus der Schweiz wieder.

Der Schweizer Luxusgüterhersteller Richemont sieht in China einen Silberstreif am Horizont. Nachdem eine Kampagne der Regierung gegen teure Geschenke die Hersteller von teuren Uhren und Schmuck zwei Jahre lang bremste, sei nun die Talsohle erreicht, sagte Richemont-Finanzchef Gary Saage am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz. „Die Lage hat sich schrittweise verbessert“. Vor allem teurer Schmuck sei gefragt. „Cartier ist die wichtigste Schmuckmarke in China“, sagte Co-Konzernchef Richard Lepeu. Auch die Edeluhrenmarken des Konzerns wie IWC und Jaeger-LeCoultre verkaufen sich in China wieder besser.

Insgesamt steigerte der hinter der französischen LVMH zweitgrößte Luxusgüterhersteller der Welt seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 wechselkursbereinigt um zehn Prozent auf 10,65 Milliarden Euro. „Vor allem Juwelen liefen glänzend“, sagte Co-Konzernchef Bernard Fornas. Zugute kam den Schweizern auch ein Umsatzsprung in Japan, wo sich gut situierte Verbraucher vor einer Mehrwertsteuererhöhung am 1. April noch schnell mit Uhren und Schmuck eindeckten. Zu spüren bekam der Konzern den hohen Eurokurs, obwohl die Schweizer sich gegen Währungsschwankungen absichern. Unter dem Strich verdiente Richemont mit 2,07 Milliarden Euro drei Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Das neue Geschäftsjahr begann durchwachsen. Zwar kaufen die Chinesen wieder mehr, aber in Japan war für Richemont zunächst nicht viel zu holen. Insgesamt wuchs der Konzernumsatz im April zu konstanten Wechselkursen um sechs Prozent. Werden Währungseffekte berücksichtigt, lag das Plus bei gerade noch einem Prozent. „Die sechs Prozent zeigen, dass Richemont sich laufend verbessert, im Vergleich zu früher läuft es aber moderater“, sagte der Analyst Luca Solca von Exane BNP Paribas.

Die Gewinnerwartung der Analysten, die mit 2,14 Milliarden Euro gerechnet hatten, konnte Konzern nicht erfüllen. Anleger störte das wenig. Für sie war wichtiger, dass Richemont die Dividende um 40 Prozent auf 1,40 Franken erhöht. „Das hatte der Markt so nicht erwartet“, erklärte der Analyst Jon Cox von Kepler Cheuvreux. Zudem legt der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm auf. Über die nächsten drei Jahre sollen bis zu zehn Millionen eigene Titel oder 1,7 Prozent des Kapitals über die Börse erworben werden. Die Aktien sollen für ein Bonus-Programm verwendet werden. „Richemont ist wahrscheinlich einer der anlegerfreundlichsten Konzerne im Luxusbereich“, sagte BNP-Analyst Solca. Das Verwöhnprogramm für Aktionäre ließ die Richemont-Titel um fünf Prozent auf 91,50 Franken steigen.

In der für ihre teuren Füller bekannten Montblanc-Sparte lief es nicht gut. „Die Spartenführung war in einer Übergangsphase und die Verkäufe gingen zurück“, sagte Co-Konzernchef Lepeu. Auch die Leder-Sparte mit der Handtaschenmarke Lancel brauche noch etwas Zeit bis sie Geld verdient, sagte sein Kollege Fornas. Entgegen früheren Pläne sollen die Bereiche aber nicht verkauft werden. Im September will Richemont-Präsident und Mehrheitsaktionär Johann Rupert, der sich eine einjährige Pause gönnt, wie geplant wieder auf seinen Posten zurückkehren.

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