Siemens plant offizielles Angebot für Industrie-Konzern Alstom

Siemens arbeitet an einem verbesserten Angebot für den französischen Industrie-Konzern Alstom. Demnach könnte Siemens seine Zugsparte gegen das Energiegeschäft von Alstom eintauschen. Konkurrenz erhält das deutsche Unternehmen vom US-Konzern General Electric.

Im Bieterkampf mit General Electric um die französische Industrie-Ikone Alstom könnte Siemens Insidern zufolge bereits diese Woche ein offizielles Angebot vorlegen. Siemens arbeite intensiv an der Verbesserung seiner Offerte, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gespräch ist, dass die Münchner im Tausch für das Energiegeschäft von Alstom ihre Zugsparte abgeben.

Für die Energiesparte der Franzosen, die für rund drei Viertel des Konzerngeschäfts steht, hat auch der US-Rivale General Electric ein Angebot vorgelegt. Die Amerikaner stoßen mit ihrer 12,35 Milliarden Euro schweren Offerte aber auf Widerstand in der französischen Regierung, die bei einer Übernahme durch den US-Konzern Jobs in Gefahr sieht und Siemens als Nothelfer ins Spiel gebracht hat. Siemens hatte Ende April ein Angebot angekündigt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Alstom seine Bücher öffne, und das Management für Gespräche bereitstehe. Eine abschließende Entscheidung über eine konkrete Offerte wollte Siemens dann innerhalb von vier Wochen treffen.

Mittlerweile sei Siemens bereit, im Tausch für das Energiegeschäft von Alstom die gesamte Zugsparte abzugeben, wie die Insider weiter berichteten. Damit würde nicht nur die Produktion von ICE-Zügen an den Hersteller der TGV-Züge gehen, sondern auch der Bau von U- oder Stadtbahnen bei Alstom landen. Zudem biete Siemens an, mit den Franzosen ein Joint Venture für Signaltechnik zu gründen, sagten die Insider.

Siemens würde durch das Tauschgeschäft die Energiesparte von Alstom erhalten. Siemens werde anbieten, das Geschäft mit Wind- und Atomkraft von Alstom an den staatlichen Atomkonzern Areva zu verkaufen, sagten die Insider weiter. Dadurch sollten Bedenken der französischen Regierung zerstreut werden, das Land könne seine Unabhängigkeit bei Energiefragen verlieren.

Bedenken gibt es offenbar auch über den Einfluss von Siemens auf die neue Alstom, die sich auf das Bahngeschäft konzentrieren würde. Die Münchner führten Gespräche mit den Regierungen in Paris und Berlin über die Möglichkeit, dass der französische Staatsfonds CDC seine Beteiligung an Alstom aufstockt, sagten die Insider. Derzeit hält der französische Staat mittels CDC 0,9 Prozent an Alstom. Einer der informierten Personen zufolge könnte Frankreich mehr als zehn Prozent an Alstom erwerben.

Einige der Informanten bezweifelten, dass Siemens mit seiner Offerte Areva überzeugen kann. Doch eine Gegenofferte würde es der französischen Regierung erlauben, von GE weitere Zugeständnisse einzufordern.

Alstom nahestehende Personen sagten, der französische Konzern wolle Bargeld und bevorzuge die GE-Offerte. Während der TGV-Anbieter bei Signaltechnik wachsen wolle, wolle er das Angebot an Schienenfahrzeugen nicht ausbauen.

Siemens, General Electric und Areva lehnten eine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin von Alstom sagte lediglich, der Konzern prüfe das Angebot von GE und habe eine Interessensbekundung von Siemens erhalten. Ein Sprecher der französischen Staatsfonds CDC konnte außerhalb der Bürozeiten nicht erreicht werden.

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Ex-Siemens-Chefplaner Dr. Franz hätte abgeraten: lieber auf die eigenen Stärken besinnen! Denn: wenn Siemens wüsste, was Siemens weiss, wäre Siemens unschlagbar. Aber: will Siemens wissen, was Siemens weiss?
    Wegen dieser Kernfrage gab es zwei Tote: Forschungschef Karl Heinz Beckurts und dessen Fahrer Kroppler. Beckurts war eng befreundet mit Carl Friedrich von Weizsäcker, der kurz nach dem Mordanschlag bei Siemens in Neu-Perlach eine Beckurts-Einladung nachholte und vor tausenden Zuhörern referierte (nachzulesen in dem Weizsäcker-Band „Der bedrohte Friede)“:
    Die Arbeitslosenzahlen werden Weltweit ungeahnte Dimensionen annehmen
    Die Löhne, der noch arbeitenden, werden auf ein noch nie da gewesenes Niveau fallen.
    Alle Sozialsysteme werden mit den Staatbankrotten zusammen brechen – Rentenzahlungen zuerst – Auslöser dafür ist eine Wirtschaftskrise ungeheuerer Dimension, die von Spekulanten ausgelöst wird (Banken)
    Ca. 20 Jahre nach dem Untergang des UdssR – Kommunismus, werden wieder Menschen in Deutschland verhungern
    Die Gefahr von Bürgerkriegen nimmt weltweit dramatisch zu
    Die herrschende Elite wird gezwungen, sich Privatarmeen zu unterhalten, zu ihrem eigenen Schutz (siehe EUROGENDFOR – die Privatarmee der EU)
    Um ihre Herrschaft zu sichern, werden diese Eliten frühzeitig den totalen Überwachungsstaat schaffen, um eine weltweite Diktatur einzuführen
    Die ergebenen Handlanger dieses Geldadels sind korrupte Politiker
    Die Kapitalwelt fördert, wie eh und je, einen noch nie da gewesenen Nationalismus, als Garant gegen einen eventuell wieder erstarkenden Kommunismus
    Zum Zweck der Machterhaltung wird man die Weltbevölkerung auf ein Minimum reduzieren. Dies geschieht mittels künstlich erzeugten Krankheiten. Hierbei werden dabei Biowaffen, als Seuchen deklariert, aber auch mittels gezielter Hungersnöte und Kriegen. Als Grund dient die Erkenntnis, dass die meisten Menschen ihre eigene Ernährung nicht mehr finanzieren können. Jetzt werden die Reichen zu Hilfsmaßnahmen gezwungen, andernfalls entsteht für sie ein gefährliches Konfliktpotenzial.
    Um Rohstoffbesitz und den eigenen Machterhalt zu dienen, werden Großmächte Kriege mit Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen führen
    Die Menschheit wird nach dem Niedergang des Kommunismus, das skrupelloseste und Menschen verachtenste System erleben, wie es die Menschheit noch nie zuvor erlebt hat. Das System, welches für diese Menschen verantwortlich ist heißt – unkontrollierter Kapitalismus.
    Joe Kaeser: capitto?

  2. Hubert Staudenmaier sagt:

    Hohes Risiko für Siemens

    Also ich würde mir das als Siemens ganz genau ansehen. Warum will Alstom überhaupt verkaufen? Siemens übernimmt einen maroden Laden (meine Einschätzung), ist froh, die Zugsparte los zu sein (ob unter Alstom die Züge pünktlich geliefert werden und die Klimaanlagen im Sommer laufen?) und hat immer den französischen Staat mit im Boot, mit Sozialisten am Ruder, und Leuten, die sich – siehe französische Autoindustrie – konstant weigern, am technischen Fortschritt teilzunehmen? Tolle Sachen haben die Franzosen gemacht: die Kernkraft, die schnellen Züge, aber das ist schon etwas her. Neue Produkte? Neue Ideen? Was soll da herauskommen? Ein Wachstum sehe ich nicht. Dazu noch die kulturellen Unterschiede, also ich weiß nicht. In Frankreich gibt es einen massive De-Industrialisierung, schade, wir brauchen reiche Franzosen, die unsere überteuerten Produkte kaufen können. Ich mache mir da Sorgen.