Preise für deutsches Ackerland ziehen stark an

Seit 2006 haben sich die Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen im Norden und Nordosten Deutschlands fast verdoppelt. Die Landwirte stecken ihre Gewinne aus der erneuerbaren Energie in Bodenkäufe. Der Umsatz mit dem Immobilien-Verkauf ist seit 2009 um fast ein Drittel gestiegen.

Der Umsatz mit dem Verkauf von Immobilien ist seit 2009 um fast ein Drittel gestiegen. 2012 lag er in Deutschland bei 170 Milliarden Euro, wie der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse für Immobilienmarkttransparenz am Dienstag in Berlin mitteilte. 2009 waren es noch 130 Milliarden Euro.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Umsatzzahlen in den nächsten Jahren zwischen 175 und 180 Milliarden Euro einpendeln werden“, sagte der Sprecher des Arbeitskreises, Siegmar Liebig. Etwa zwei Drittel des Volumens entfällt auf Wohnimmobilien, weitere 20 bis 25 Prozent auf gewerblich genutzte Immobilien wie Büros und Geschäfte.

2012 wurden wie schon im Jahr davor rund eine Million Kaufverträge notariell beglaubigt. Dabei wurde eine Fläche von 3.500 Quadratkilometern veräußert, wie die Gutachter erklärten. Das entspreche etwa 1 Prozent der gesamten Fläche der Bundesrepublik. In den Gebäuden und den zugehörigen Grundstücksflächen steckt ein Bruttoanlagevermögen von 12,3 Billionen Euro, davon allein 7 Billionen in Wohngebäuden.

Der durchschnittliche Preis für einen Quadratmeter Wohnfläche in einem Eigenheim hat sich den Angaben nach von 2007 bis 2012 von 1.200 auf 1.300 Euro erhöht. „Von einer Immobilienpreisblase kann man angesichts dieser Entwicklung nicht reden“, sagte Gutachter Peter Ache. „Und sie ist auch nicht zu befürchten.“

Allerdings entwickelten sich die Preise regional stark unterschiedlich. In einigen Landkreisen – vor allem in ländlichen Regionen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt – habe es zuletzt Rückgänge von bis zu 15 Prozent gegeben. Dort kosten Einfamilienhäuser teils weniger als 550 Euro je Quadratmeter, während in München bis zu 6.000 Euro keine Seltenheit mehr seien.

Starke Preissprünge gibt es bei landwirtschaftlichen Grundstücken. Seit 2006 hätten sich die Preise im Norden und Nordosten Deutschlands fast verdoppelt. „Die Landwirte investieren derzeit kräftig in Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien, und es entstehen ganz ordentliche Gewinne, die in Bodenkäufe reinvestiert werden“, sagte Ache. „Das spiegelt sich in den Preisen für die Landwirtschaftsflächen wider.“

Kommentare

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  1. Falke sagt:

    Diese Statistiken klingen alle so selbstverständlich, alles vollkommen normal. Aber das Normale, Gewohnte hat ungeheure unsoziale Auswirkungen, die hinterfragt werden müssen.

    In einem großen dünn besiedelten Land mag ja Eigentum an Grund und Boden nicht weiter negativ ins Gewicht fallen, wenn wir hier mal von der Problematik der Bodenschätze absehen, die der jeweilige Eigentümer für sich beansprucht, obwohl er sie dort auch nicht vergraben hat. Mit zunehmender Dichte der Besiedlung wird aber rasch die Grenze erreicht, wo der Boden seiner Unvermehrbarkeit wegen nicht mehr allen in gleicher Weise zur Verfügung steht. Er gerät unaufhaltsam in das Eigentum relativ immer weniger, die eine natürliche Monopolstellung einnehmen. Denn durch die Knappheit steigt der Wert des Bodens und wird nur noch für einen Teil der Menschen erschwinglich.

    Die Erwerber der Wohnungsgrundstücke sind in der Lage, andere Mitmenschen davon auszuschließen, bzw. deren Teilhabe an der Benutzung, die doch für diese lebensnotwendig ist, von der Entrichtung eines Tributes abhängig zu machen. Soweit Pacht und Miete über die Erstattung notwendiger Kosten hinausgehen, werden sie zu Bodenrenten, d. h. zu einem nicht nur einmaligen, wie beim Verkauf, sondern einem dauerhaften arbeitslosen Einkommen, das andere für sie ständig erarbeiten müssen. Das Bodenmonopol versetzt wenige in die Lage, Zahlungen einzig aufgrund ihres Eigentumsrechtes zu erhalten und nicht dafür, dass sie eine Leistung erbringen. Sie können andere Menschen gleichsam wie Sklaven für sich arbeiten lassen.

    Vgl.:
    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/08/soziale-auswirkungen-des-eigentums-an-grund-und-boden/

  2. Friedel Stumpf sagt:

    Der Euro geht – der Acker bleibt!

    • Mike sagt:

      Alle diese Probleme und Ungleichverteilungen haben wir dem aktuellen Falschgeldsystem zu verdanken. Wenn Geldwert sicher und stabil wären und Nachhaltigkeit erzeugen würde, bräuchte niemand auf andere Assetklassen zur Absicherung seiner Ersparnisse auszuweichen.

      Eine teilweise Golddeckung unseres Papierversprechen-Falschgeldsystems würde schon genügen, damit das Leben wieder fairer wird, wir nicht der Willkür einiger weniger Reichen und dem Bankenkartell ausgeliefert wären. Mit einer Golddeckung bräuchte auch niemand mehr den dritten Weltkrieg fürchten, denn hierzu wären gar keine finanziellen Mittel da. Geld kann dann nicht auf Knopfdruck nach Belieben erzeugt werden.

      Zurück zu einem nationalen Finanzsystem in Europa, das ist allen Lügen zum Trotz der erste Schritt zum Frieden und zur Erholung der Wirtschaft. Vor dem Euro war Europa sicherer und nicht voller Krisen und Kriegsgeschrei.

      Am Sonntag kann jeder selber wählen, ob der Irrsinn so weiter gehen soll, oder ob sich da nicht eine „Alternative“ anbietet.