Kreditklemme in Italien verschärft sich

Die Kredite an Haushalte und Firmen lagen im April um 2,2 Prozent geringer als im Vorjahresmonat. Die Kreditvergabe sinkt seit 24 Monaten in Folge. Einen Anstieg gab es jedoch bei den faulen Krediten in den Büchern der Banken.

Die Kreditklemme hat Italien weiter fest im Griff. Die Darlehen an Haushalte und Firmen fielen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent geringer aus, wie der Bankenverband ABI am Dienstag mitteilte. Die Kreditvergabe sinkt damit nunmehr seit 24 Monaten in Folge.

Ein Lichtblick zeigte sich jedoch bei der Vergabe von neuen Hypotheken-Darlehen: Im ersten Quartal legten sie zum Vorjahr um rund ein Fünftel zu. Zugleich häuften sich die faulen Kredite in den Büchern der Banken: Ihr Anteil an allen Darlehen lag im März bei 8,6 Prozent – der höchste Wert seit November 1998.

Italiens Wirtschaft ist Ende 2013 minimal gewachsen, hat ihre Schwächephase jedoch noch nicht überwunden. In der langjährigen Rezession konnten viele Firmen ihre Darlehen nicht bedienen. Das wiederum führte zu einem Anstieg der faulen Kredite.

Kommentare

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  1. Delta120 sagt:

    Kreditklemme ist ja nur eine Folge der Austeriätspolitik. Der Staat vergibt keine Aufträge mehr, der Markt wird enger und die Gewinnmarge der Firmen schrumpft gegen Null und kurz vor 0 gibt halt keine Bank mehr Kredit.

    Hier werden mal wieder die wirklichen Probleme verschleiert. Die Masse der Menschen hat zu wenig Geld um sich was zu leisten und die wenigen die Geld haben, haben zuviel und wissen nur es in die Papierwirtschaft zu stecken.

  2. wolfgang sagt:

    Handelt es sich um eine Kreditklemme (Nachfrage besteht und kann nicht befriedigt werden) oder um einen Kreditboykott (angesichts einer unsicheren Zukunft werden keine Kredite mehr aufgenommen)?