Daimler plant Verkauf von Vertriebs-Standorten

Daimler will 36 seiner insgesamt 158 Niederlassungen verkaufen. Der Konzern hat sich vorgenommen, den Gewinn in der Pkw-Sparte auf zehn Prozent vom Umsatz zu steigern. Doch der unternehmenseigene Vertrieb ist nach Ansicht des Konzerns derzeit nicht wettbewerbsfähig.

Daimler will beim Umbau seines Vertriebs Niederlassungen bündeln und mehrere Standorte verkaufen. Insgesamt sollten 340 Stellen abgebaut werden, mehr als 1.500 Beschäftigte seien von den geplanten Veräußerungen betroffen, teilte der Gesamtbetriebsrat des Stuttgarter Autokonzerns am Mittwoch mit.

Das Management habe die Mitarbeiter in außerordentlichen Betriebsversammlungen darüber informiert, dass die 33 konzerneigenen Niederlassungen in regionale Verbünde zusammengefasst und von den 158 Standorten 36 verkauft werden sollten. „Die Belegschaften und Betriebsräte werden das so nicht akzeptieren“, sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. Mehrere Protestaktionen seien geplant.

Über den Umbau des Vertriebs mit rund 15.000 Mitarbeitern sprechen das Management und die Betriebsräte schon seit gut einem Jahr. In seiner jetzigen Form sei der unternehmenseigene Vertrieb nicht wettbewerbsfähig, hatte Vertriebs-Co-Chef Andreas Burkhart im April erklärt, als Tausende Beschäftigte von Daimler vor der Konzernzentrale gegen die Pläne protestierten. Bisher waren keine Details genannt worden.

„Es ist nicht so, dass wir den Vertrieb zerschlagen oder uns von ihm trennen wollen – wir richten ihn neu aus“, sagte eine Daimler-Sprecherin. Das Management spreche derzeit mit dem Betriebsrat über die Umsetzung der Pläne, konkrete Zahlen zu einem geplanten Stellenabbau gebe es daher nicht.

Daimler will den Vertrieb für Autos und Nutzfahrzeuge künftig strikt trennen. Bundesweit sollen 13 regionale Verbünde für den Pkw-Vertrieb und elf für den Verkauf von Nutzfahrzeugen entstehen. Der Konzern hat sich vorgenommen, den Gewinn in der Pkw-Sparte auf zehn Prozent vom Umsatz zu steigern.

Von dieser Größenordnung, die die Rivalen BMW und Audi schon erreicht haben, waren die Schwaben im vergangenen Jahr mit 6,5 Prozent noch weit entfernt. Analysten kritisieren, Mercedes gebe mehr für den Vertrieb aus als die Konkurrenz.

Kommentare

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  1. helmut hausner sagt:

    aus meiner Sicht eine sehr vernünftige Massnahme. In jedem zweiten Artikel zum Thema Vertrieb liest man von ungenutzten Potentialen. Die können nur mit straffer Organisation gehoben werden.
    work smarter – not harder

  2. Frank Lipka sagt:

    Bravo, Erfolg für die Protagonisten des Shareholder-Value. Raus aus der Fläche,
    weg vom persönlichen Kundenkontakt. Ausdünnung der Lagerhaltung. Nur weiter so.
    Wenn dann der Verkauf zurückgeht und nicht so viele Neufahrzeuge verkauft werden-
    stimmt dann das Betriebsergebnis immer noch? Aber- man schielt ja nach China, den
    neuen Nabel der ach so schönen Autowelt. Bezahlbare Fahrzeuge für den Menschen
    mit mittleren Einkommen nicht mehr zu bekommen.Ich persönlich habe den Glauben
    an das „Besondere der Marke Mercedes“ verloren. Kein Niederlassungsbeschäftigter.