Studie: Schweizer Firmen dürfen Löhne nicht in Bitcoin zahlen

Die Bezahlung der Angestellten in Bitcoin ist in der Schweiz illegal, so eine Studie. Die starke Volatilität der Internet-Währung stelle ein zu hohes Risiko für den Wert des Gehalts dar. Bonuszahlungen in Bitcoin hingegen sind offenbar möglich.

Einige Schweizer Unternehmen hatten verstärktes Interesse daran gezeigt, ihre Angestellten in der Internet-Währung Bitcoin zu bezahlen. Doch eine Studie des sozialdemokratischen Abgeordneten Jean Christophe Schwaab zeigt, dass dies in der Schweiz möglicherweise illegal ist.

Gemäß dem Schweizer Arbeitsrecht sei es rechtmäßig, das Gehalt teilweise oder vollständig in ausländischen Währungen zu zahlen, sagte Schwaab zu dem Nachrichtenportal Coindesk. Voraussetzung dafür sei, dass der Betrag umgerechnet in Franken der vereinbarten Summe entspricht. Zudem dürfe die Zahlung in einer Fremdwährung kein Risiko für den Angestellten darstellen.

Die starke Volatilität von Bitcoin ist daher das entscheidende Hindernis für die Zahlung von Löhnen und Gehältern, so Schwaab. Ein Unternehmen dürfe dieses Risiko nach Schweizer Recht nicht an die Angestellten weitergeben, selbst dann wenn die Angestellten das Risiko in Kauf nehmen wollen. Die entsprechenden Regulierungen verlangen, dass Lohnzahlungen ihren Wert mindestens einen Monat lang behalten.

Es gibt jedoch Möglichkeiten die Regulierungen zu umgehen. Schwaab sagt, dass die Angestellten ihre Gehälter selbstständig in Bitcoin umtauschen können. Zudem seien Bonuszahlungen etwa zum Jahresende grundsätzlich legal.

Die Bitcoin Association Switzerland (BAS) widerspricht Schwaabs Darstellung im Hinblick auf die rechtliche Situation der Bitcoin-Gehälter. BAS-Vizepräsident Alexis Roussel hält Gehälter in Bitcoin dann für legal, wenn „von dem Unternehmen spezifische Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko für die Angestellten abzusichern, um sicherzustellen, dass ihre Einnahmen stabil sind“.

Nach Ansicht Meissers ist Schwaabs Studie möglicherweise wegen dessen Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei fehlerhaft. Die Sozialdemokraten waren im Jahr 2011 auch gegen die Bezahlung von Angestellten in Euro.

Meisser glaubt nicht, dass die Schwaab-Studie negative Auswirkungen auf die lokalen Bitcoin-Startups haben wird. „Gründer und Angestellte von Startups sind definitionsgemäß risikofreudig. Hier sind minimale fixe Gehälter (manchmal null) und hohe variable Bonuszahlungen (sei es in der Form von Anteilen oder in Bitcoin) normal.“

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Die Sache ist seit den 30 iger Jahren Gesetzlich geregelt.
    Dies war eine wohlweisliche Reaktion auf die Einführung des WIR- Geldes in den 30 iger Jahren.(= Weltwirtschaftskriese)
    Arbeitnehmer haben den klaren Anspruch, das, das reguläre Gehalt in Regulärer Landeswährung CH- Franken ausbezahlt wird.
    Für weitergehende Zuwendungen oder Boni usw. gibt es keine Auflagen.
    Ansonsten ist Grundsätzlich jeder Unternehmer Frei auch in anderen Währungen zu Wirtschaften.
    Zb. in WIR oder anderen Einheiten. Das so Nebenbei NICHT Verwechselbar mit den Münzen und Banknoten der SNB sein darf.
    Eine Aufweichung des Staatlichen Geldmonopols würde den Wirtschaftlichen Niedergang Massiv beschleunigen. Ohne soweit Möglich verlässliche Verrechnungseinheit= Geld ist ein vernünftiges Wirtschaften nicht möglich.
    Sog. Frei- Geld = Chaosgeld.
    Geldwert ergibt sich aus der Relation Brutto-Realproduktion zu Geldmenge zu Brutto- Realkonsum. Alles Andere sind Träumereien schlichter Humbug.
    Ein bestmöglich stabiler Geldwert ist nur mit einer bestmöglichen Koppelung der Geldmenge an das Realwirtschaftsergebnis erreichbar.
    Dieser Vernunftpfad wurde leider längst verlassen. Das Ergebnis ist die verheerende aktuelle Finanz resp. Wirtschaftskriese.
    Freundliche Grüsse