Weidmann: Negativ-Zins könnte Kredit-Vergabe beleben

Bundesbank-Präsident Weidmann unterstützt Pläne der EZB, einen negativen Einlagensatz von minus 0,1 Prozent einzuführen. Ein solcher Strafzins sei besser als massives Gelddrucken durch die Zentralbank. Der Negativ-Zins könnte nach Ansicht Weidmanns die Kreditvergabe an Unternehmen anregen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Worten von Ratsmitglied Jens Weidmann noch keine Entscheidung über die künftige Geldpolitik gefällt. „Noch ist unklar, ob wir überhaupt handeln müssen“, sagte der Bundesbank-Chef der Süddeutschen Zeitung (Donnerstagausgabe) mit Blick auf die nächste geldpolitische Sitzung Anfang Juni.

Weidmann sprach sich grundsätzlich dafür aus, Geldpolitik vor allem über die Zinspolitik anstatt mit sogenannten unkonventionellen Maßnahmen zu betreiben. So könne ein Strafzins für Banken-Einlagen „unter anderem den Geldmarkt zwischen den Banken beleben und damit auch die Kreditvergabe an Unternehmen anregen“, erklärte Weidmann.

Unter Berufung auf EZB-Kreise berichtete die Zeitung, die Notenbank erwäge die Einführung eines negativen Einlagensatzes von 0,1 Prozent.

Auf die Frage, ob er selber für die Einführung eines Strafzinses ist, antwortete Weidmann: „Die Zinspolitik ist Kern unseres geldpolitischen Instrumentariums. Wenn es am Ende nötig sein sollte zu handeln, fällt der Blick des Notenbankers sicher als erstes hierauf.“ Der Ausgang der kommenden Ratssitzung sei jedoch noch offen.

„Noch ist nichts beschlossen. Der EZB-Rat wird Anfang Juni die neuen Daten gründlich analysieren und dann entscheiden.“ Gleichzeitig stellte Weidmann klar, dass er in der Euro-Zone keinen Preisrückgang auf breiter Front erwartet. „Es gibt keine Hinweise, dass sich der Euro-Raum in einer deflationären Abwärtsspirale befindet.“

Zu Börsen und Rentenmärkten sagte Weidmann: „Sicherlich sind die Finanzmärkte derzeit von einem gewissen Überschwang und von einer Suche nach Rendite getrieben und insofern anfällig für Rückschläge.“ Weidmann sprach sich zudem gegen ein Wechselkurs-Ziel aus. Dies würde eine unabhängige Geldpolitik untergraben.

Kommentare

Dieser Artikel hat 7 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Elisa sagt:

    Beim Negativ-Zins werden die Banken einen beispiellosen Abzug von Geldern erleben, dass ihnen das Hören und Sehen vergeht.
    Was erzählt der Weidmann für einen Schrott! Er hatte auch schon eine andere Meinung, die weit besser nachvollziehbar war.

  2. Junk sagt:

    Selten ein unsubstantiiertes leereres Geschwätz gehört.
    Kreditnachfrage richtet sich nicht nach dem Angebot der Banken
    sondern einzig und allein nach dem Bedarf. Warum sollten Unter-
    nehmen investieren ( und nur dafür sind Kredite nötig ) wenn Konjunktur-
    aussichten stockfinster sind ?
    Dieser angebliche Sozialstaat zerstört alles. Nur seine Profiteure nicht.
    Dazu gehören aber keinesfalls Unternehmen aus Handel, Gewerbe uind Industrie.
    Die werden von unserer Beamtendiktatur nach Strich und Faden ausgenommen und blockiert.

  3. Hans von Atzigen sagt:

    Kaum zu übersehen auch das Rezept der Faktisch Null Zins- Politik will nicht mehr so recht funktionieren. Scheint Ende der Fahnenstange. Kann man den Druck mit dem das geschöpfte Geld in den Kreislauf gedrückt wird noch weiter erhöhen?
    Bin mal gespannt ob die so langsam aufgeben oder auch noch die Letzte die finale Megapumpe anwerfen. Ist das denkbar? Gibt es eine weitere Nachbrennerstufe?
    Die gibt es und die würde wie Folgt aussehen.
    Der Kreditnehmer Leiht sich zum Beispiel 100 Euro( Logo ist geschöpftes Geld) und jetzt das Superpumpe Rezept. Der Kreditnehmer erhält Zb. für Zehn Jahre einen Positivzins von 3% Draufbezahlt.( Loge auch geschöpft.) Ist natürlich total Pervers jedoch wohl die letzte Stufe einer ohnehin längst perversen Geldpolitik.
    Na ja kann sich jeder selbst den Reim zusammenstellen.
    Msg. ( Mit schallendem Gelächter)
    Freundliche Grüsse

  4. Bernhard sagt:

    … und die Wozhnungseinbrüche vervielfachen. Die Konsequenz der Banken: die werden ihren „Kunden“ dann auch auf Spargelder -0,1 Prozent abverlangen. Was macht der deutsche Michel? Er wacht auf! Er holt sich das Geld von den Banken – bis auf einen kleinen Teil – und legt es sich unters Kopfkissen.

  5. Gustav sagt:

    Man glaubt es kaum. Bundesbankchef Weidmann tönte noch vor Monaten ganz anders. Vermutlich hat man ihm angedeutet, dass er seinen gut dotierten Job verlieren könnte, falls er nicht auf die Linie der US-Finanzmächte, der FED und der EZB einschwenkt. Mit Repressalien werden aktive Führungsfiguren gefügig gemacht. Erst wenn sie im Rentenalter sind, dann wagen sie es die Wahrheit auszusprechen, wie Schmidt, Schröder oder Eppler u.a.
    Die Bundesbank stand einst wie ein Garant für Geldstabilität, Sparergarantie und harte DM und besass das Vertrauen der Deutschen. Diese Zeiten sind vorbei, das Vertrauen in die Geldpolitik und den Euro ist nahe null. Wir werden fremdbestimmt und dirigiert von den Vasallen der US-Finanzoligarchen. Unsere Geldpolitik ist nicht unabhängig, wie Weidmann behauptet, sie wird von der FED bestimmt und dies weltweit mit dem Dollar (Petrodollar, etc.).

  6. Ingenieur sagt:

    Was für eine perverse Logik, Negativzins besser als QE. In dem Sinne ist Totschlag besser als Mord!