Preiskampf: Ukraine-Krise belastet Stahlkonzern Salzgitter

Die Stahlpreise sind infolge der Ukraine-Krise unter Druck. Denn die EU hat die Zölle auf ukrainische Stahlerzeugnisse einseitig abgeschafft. Die billige Konkurrenz macht dem deutschen Stahlkonzern Salzgitter zu schaffen. Gerade hatte die europäische Stahl-Branche gehofft, dass der Preisverfall gestoppt ist.

Die Folgen der Ukraine-Krise drohen nach Einschätzung von Salzgitter die Stahlpreise unter Druck zu setzen. Es sei zweifelhaft, ob das Land weiterhin einen Großteil seiner Exporte nach Russland liefern wird, sagte der Chef des zweitgrößten deutschen Stahlkonzerns, Heinz Jörg Fuhrmann, am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Braunschweig.

Ab Mai habe die EU zudem 95 Prozent der Zölle auf ukrainische Produkte – darunter auch Stahlerzeugnisse – einseitig abgeschafft. Der Stellenwert dieser Entwicklung sei gravierend. Die Ukraine gehöre schließlich mit einer Jahresproduktion von 33 Millionen Tonnen Rohstahl weltweit zu den Top Ten, verbrauche selbst aber nur sechs Millionen Tonnen.

„Alle diese Faktoren spiegeln sich in den Stahlpreisen wider“, betonte Fuhrmann. Dabei drohe der Branche ein Rückschlag, denn die Lage habe sich gerade etwas entspannt. Die Preiserosion scheine inzwischen weitgehend gestoppt zu sein, sagte Fuhrmann. „Das ändert freilich nichts daran, dass die Preise auf einem absolut unbefriedigenden Niveau verharren und sich – wenn überhaupt – nur langsam erholen dürften.“

Den europäischen Stahlherstellern um Weltmarktführer ArcelorMittal und den deutschen Branchenprimus ThyssenKrupp macht neben Preisdruck und Überkapazitäten auch eine schwache Nachfrage in Südeuropa zu schaffen. Weil die dortigen Rivalen nun vor allem innerhalb Europas günstig exportieren, sinken die Preise.

Nach Ansicht des Salzgitter-Chefs ist eine Konjunkturerholung in Südeuropa zentral für die Durchsetzung dringend notwendiger Preiserhöhungen. Allerdings sei damit frühestens in drei Jahren zu rechnen, so Fuhrmann.

Unter dem scharfen Wettbewerb und dem Preiskampf leidet nicht zuletzt die Salzgitter-Problemtochter Peiner Träger. Im vergangenen Geschäftsjahr war die Sparte mit einem Vorsteuerverlust von 290 Millionen Euro der größte Klotz am Bein der Niedersachsen.

Das Werk habe zwar im ersten Quartal erstmals seit 2008 „eine schwarze Null“ erreicht, bekräftigte Fuhrmann unlängst vorgestellte Zahlen. Doch dies bedeute noch nicht endgültig, dass der Standort gesichert sei. „Dafür ist der Markt zu labil.“ Verlustquellen wie Peiner Träger gelten weiterhin besonderes Augenmerk.

Salzgitter hatte sich in der Krise eine Rosskur verordnet: Mehr als 1500 der gut 23.000 Vollzeitstellen sollen wegfallen. Das Sparprogramm zeige erste Erfolge und beeinflusse den Ausblick auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2014 positiv, sagte Fuhrmann. Er bekräftigte die Prognose, wonach das Vorsteuerergebnis 2014 nahe der Gewinnschwelle liegen soll nach einem Verlust von 478 Millionen Euro im Vorjahr.

Beim Umsatz peilt Salzgitter knapp zehn Milliarden Euro nach 9,2 Milliarden 2013 an. Schon zum Jahresauftakt hatte Salzgitter den Verlust eindämmen können. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Fehlbetrag von 13,3 Millionen Euro, während im Auftaktquartal des vergangenen Jahres noch ein Verlust von rund 17 Millionen Euro angefallen war.

Kommentare

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  1. müller sagt:

    Wie kann die EU Zölle für ein Nicht EU Land abschaffen, und damit die Unternehmen ,
    die in der EU Steuern zahlen , so in den Rücken fallen? Schafft endlich diese korrupte
    EU ab!

  2. T.Körner sagt:

    Ach die Mutti macht das schon mehr braucht mann nicht wissen

  3. Gustav sagt:

    Unsere Vasallenpolitiker folgen den Vorgaben der US-Finanzoligarchen ohne Rücksicht auf die Folgen. Die einfachen Arbeiter müssen die Fehler der Politik ausbaden. Hoffentlich wissen sie wo sie am Sonntag ihr Kreuz bei der EU-Wahl nicht machen.