Schweizer Volksinitiative will Erbschaften massiv besteuern

Eine Schweizer Volksinitiative will Erbschaften und Schenkungen von über 2 Millionen Franken mit einer 20-Prozent-Steuer belegen. Mehr als zwei Drittel der kleinen und mittleren Unternehmer sehen dadurch die Nachfolge ihrer Unternehmen gefährdet.

Die Volksinitiative „Erbschaftssteuerreform“ will Erbschaften von über 2 Millionen Franken mit einer 20-Prozent-Steuer belegen. Zwei Drittel der Einnahmen sollen an die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) fließen, die angeschlagene obligatorische Rentenversicherung der Schweiz.

Nach der Reform sollen nicht nur Erbschaften, sondern auch zu Lebzeiten getätigte Schenkungen von über 20.000 Franken pro Person und Jahr besteuert werden, und zwar rückwirkend auf den 1. Januar 2012. Die Initiative gibt sich mittelstandsfreundlich. Hohe Freibeträge sollen dafür sorgen, dass der Mittelstand nicht belastet wird.

Effektiv werde die Erbschaftssteuer aber auch in der Breite wirken, sagt Frank Marty, Leiter Finanz- und Steuerpolitik von Economiesuisse. Besonders wenn Immobilien und Vorsorgegelder im Spiel sind, dürften viele Erben von einer unter Umständen erklecklichen Steuerrechnung überrascht werden.“

Zudem soll bei den kantonalen Erbschaftssteuern der Verwandtschaftsgrad keine Rolle mehr spielen. Direkte Nachkommen sollen steuerlich genauso stark belastet werden wie alle anderen Erben auch. „In der Kombination mit der Vermögenssteuer würde das Ergebnis eine auch im internationalen Vergleich hohe Steuerlast sein, die als wirtschafts- und standortschädlich bezeichnet werden muss“, sagt Marty.

Die Volksinitiative befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung. Würde sie in der Volksabstimmung angenommen, würden kleine und mittlere Unternehmer und ihre 300.000 Firmen zu den besonders Betroffenen gehören.

In einer jüngsten Umfrage der Stiftung KMU Next sahen 70 Prozent von über 1.000 antwortenden Unternehmern ihre Nachfolge gefährdet. „Schreckens-Szenarien bis hin zu Zwangsverkäufen und Liquidationen blockieren Nachfolgeregelungen, ein eigentlicher Stau zeichnet sich laut Experten ab“, sagt Marty.

Zudem könnten aus der Erbschaft von Immobilien große Probleme erwachsen. Denn für eine 20-Prozent-Steuer müsste die Liquidität erst einmal vorhanden sein.

Kommentare

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  1. ArthoJ sagt:

    Einfach ‚mal eine kurze Erklärung: in der Schweiz kann eine Anzahl Bürger (100’000) eine Abstimmung über Sachfragen oder sie interessierende Themen verlangen. Zu solchen Initiativen nimmt dann das Parlament und später (je nach Ergebnis) die gesamten Bevölkerung Stellung. Das Einreichen einer Initiative sagt nun nichts über die Chancen des Begehrens aus!
    Das Schweizervolk hat mehrfach bewiesen, dass es stets mit Augenmass entscheidet und etwa einen Mindestlohn oder mehr Ferienansprüche abgelehnt, dabei für eine durchaus liberalen, freiheitlichen Politik entschieden.
    Spannend dürften in diesem Zusammenhang die Diskussionen über einen bedingungslosen Grundlohn werden.

    Entschieden ist aber wie ausgeführt noch gar nichts.

  2. Jo STeiner sagt:

    Da sind ja richtig kranke Sozialistenhirne zu erkennen, die Schweiz ist wohl schon auf dem Weg in den Abgrund. Dieser Staat bekommt schon genug !!!