GM-Pannenserie: US-Behörden gehen von 13 Toten aus

Wegen fehlerhafter Zündschlösser bei Fahrzeugen der Opel-Mutter GM sind offenbar mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang bekannt. GM hatte erst im Februar insgesamt 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten gerufen, obwohl das Problem seit rund zehn Jahren bekannt war.

Wegen fehlerhafter Zündschlösser bei Fahrzeugen der Opel-Mutter GM sind offenbar mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang bekannt. Die endgültige Zahl sei ihr zwar nicht bekannt, erklärte die US-Verkehrsaufsicht NHTSA am Freitag auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir halten es aber für wahrscheinlich, dass mehr als 13 Menschen ihr Leben verloren haben.“ Verbraucherschützer sprechen seit Monaten von bis zu 300 Todesopfern in Folge des Zündschloss-Defekts.

GM hatte erst im Februar insgesamt 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten gerufen, obwohl das Problem seit rund zehn Jahren bekannt war. Nach Angaben des Autobauers soll der Defekt bei den Zündschlössern zu 13 Todesfällen geführt haben. Diese Zahl basiere auf einer gründlichen Analyse der zur Verfügung stehenden Informationen, sagte GM-Sprecher Jim Cain. Inzwischen habe der Konzern Kenntnis über weitere etwa ein Dutzend Unfälle, die auf die fehlerhaften Zündungen zurückgehen. Die Behörde sei darüber informiert. 35 Unfälle hatte GM bereits gemeldet. Weitere Todesfälle seien GM jedoch nicht bekannt, sagte Cain. Sollte GM neue Informationen erhalten, würde der Konzern dies der Behörde umgehend mitteilen.

Bei den Autos kann die Zündung auch bei hohem Tempo unvermittelt in einen Modus springen, bei dem sich Motor und elektrische Systeme abschalten. Auch die Airbags funktionieren dann nicht mehr. Wegen seiner zögerlichen Reaktion wurde GM bereits von der US-Verkehrsaufsicht zu einer Höchststrafe von 35 Millionen Dollar verdonnert. Der Skandal dürfte damit jedoch noch längst nicht erledigt sein, weil eine ganze Reihe weiterer Regierungsstellen eigene Ermittlungen aufgenommen hat.

Zudem rief GM inzwischen wegen anderer Sicherheitsmängel zusätzlich Millionen Fahrzeuge zurück. Seit ihrem Antritt im Januar als erste Frau an der Spitze eines großen Pkw-Konzerns ist die neue GM-Chefin Mary Barra vor allem damit beschäftigt, die Pannenserie aufzuklären, sich für Fehler zu entschuldigen und GM zur Bewältigung der Krise neu aufzustellen. Zudem verhagelten die technischen Probleme die Bilanz. Die Kosten dafür fraßen im ersten Quartal fast den kompletten Gewinn auf.

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  1. Gustav sagt:

    Der amerikanische Automobilstandard kommt mit Hilfe des TTIP nach Europa. Wenn diese Standards dann auch in der EU gelten werden, dann können wir endlich auch solche gefährlichen Kisten von deutschen und europäischen Herstellern kaufen. Welch ein Fortschritt! Dazu noch Chlorhühnchen und Gendreck fressen, zur Erreichung des geistigen Niveaus Amerikas. Schöne neue Welt, da ist mir jedoch Demenz lieber.