Siemens zieht sich aus Geschäft mit Hausgeräten zurück

Siemens will aus dem Gemeinschaftsunternehmen Bosch Siemens Hausgeräte aussteigen. Sollten die Verhandlungen mit Bosch keinen schnellen Erfolg bringen, könnte Siemens seine Anteile von 50 Prozent auch an einen anderen Investor wie Samsung aus Korea verkaufen.

Siemens will seine Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) möglichst schnell verkaufen.

Sollte Bosch nicht bald ein Angebot für die Anteile der Münchner auf den Tisch legen, könne das Paket von 50 Prozent auch an einen anderen Investor wie Samsung aus Korea verkauft werden, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Mittwochausgabe).

Die Transaktion habe eine Größenordnung von mindestens 5 Milliarden Euro. Angesichts der strategischen Bedeutung für den Bosch-Konzern dürfte Siemens einen saftigen Aufschlag verlangen. Siemens lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Bosch-Sprecher sagte, Gerüchte kommentiere der Konzern nicht.

Dem Bericht zufolge feilschen die beiden bisherigen Partner um die Konditionen. Dabei gehe es um die weitere Nutzung der Markenrechte, um die Bewertung der Anteile und damit letztlich um den Preis des Siemens-Anteils.

Siemens wolle bei dem 1967 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen aussteigen, da Hausgeräte nicht zu den Kernaktivitäten des Konzerns gehören. Erwartet werde, dass Siemens spätestens mit dem Ende des Geschäftsjahres 2013/2014 am 30. September eine Lösung erreicht haben will.

BSH mit Marken wie Gaggenau, Neff und Constructa erlöste im vergangenen Jahr 10,5 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn sank durch die Kosten für den Rückruf brandgefährdeter Geschirrspüler auf gut 500 Millionen Euro.

Kommentare

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  1. Karin Maar sagt:

    Adieu Siemens – ein weiterer Schritt zur Selbst-Demontage eines Konzerns…

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Bosch zeigt mit seinen E-Tools wie es geht: mit neue Ideen Geld verdienen. Siemens kann das offenbar nicht, oder will es nicht? Die Münchener Elektro-Bank will offenbar lieber mit de Strom schwimmen – Stammlandsicherungs-Strategie (Stammokap). Und sind die Waschmaschinen erst mal weg, wird auch das Siemens-Label verschwimmen. Und dann werden Joe Käser irgendwann die Felle davon Schwimmen. Denn welcher deutscher Politiker interessiert sich noch für einen Konzern, der einer unter vielen no-Name Global-Players ist?

    • ralph hirnrabe sagt:

      Ja, Bosch ist da wirklich immer schon ein ganz Großer gewesen mit dem Moneymachen.
      http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/03/51134/
      Das waren zwar nur 4 Mrd. EUR Verlust.
      Dieselpumpen wird auch nix verdient
      Rexrodt auch nix.
      Buderus auch rite zahlen.

      Ja, man kann sich die Welt auch schön reden.
      Was stimmt, der Gründer Robert Bosch hatte anfänglich 10 Verlustjahre unter einem anderen Bilanzrecht. Davon ist Vorstand Denners noch weit entfernt.