Ukraine füllt Gas-Reserven mit Hochdruck auf

Die Ukraine füllt derzeit fast ebenso viel Erdgas in seine Speicher, wie die Bürger des Landes verbrauchen. Die Reserven des Landes reichen schon jetzt bis zum Winteranfang. Russland hat angekündigt, die Gas-Lieferungen in die Ukraine ab Juni einzustellen, wenn diese ihre Schulden nicht bezahlt.

Mitten im Gasstreit mit Russland füllt die Ukraine ihre Reserven mit Hochdruck auf. Seit Anfang Mai steigt der Stand in den Speichern des Landes zunehmend, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten der Gesellschaft Gas Infrastruktur Europa (GIE) zeigen.

Derzeit sind die unterirdischen Lagerstätten, die zum Großteil im Westen des Landes liegen, zu gut einem Drittel gefüllt. Mitte Mai war es noch etwa ein Viertel. Pro Woche wurden zuletzt 850 Millionen Kubikmeter des Brennstoffs hinzugefügt, etwas weniger als der Durchschnittsverbrauch des Landes im gleichen Zeitraum. Da dieser im Sommer aber geringer ausfällt, dürften die Reserven schon jetzt bis Anfang des Winters reichen.

Die Ukraine bezieht die Hälfte ihres Gas-Verbrauchs aus Russland, den Rest aus eigener Produktion. Russland hat in dem Streit gedroht, die Lieferungen ab Juni einzustellen, wenn die Ukraine ihre Altschulden nicht bezahlt. Die Ukraine wiederum will zunächst die strittigen Preise für die Lieferung ab April und der weiteren Zukunft regeln, bevor sie Schulden begleicht. Russland aber will erst nach Zahlung verhandeln.

Am Montag hatte Energie-Kommissar Günther Oettinger der Ukraine und Russland einen Vorschlag unterbreitet, wonach ein Teil der milliardenschweren Altschulden von der Ukraine bis diesen Donnerstag bezahlt wird und dann am Freitag über künftige Preise für das russische Gas verhandelt werden könnte.

Während Russland vorsichtige Zustimmung signalisierte, hatte die Ukraine sich skeptisch gezeigt. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk verwies auf die Abspaltung der Krim und die Gas-Mengen dort, die somit mit von Russland übernommen wurden.

Russland hat angekündigt, ab Anfang Juni nur noch gegen Vorkasse zu liefern. Die Ukraine will ihre Altschulden erst zahlen, wenn es auch eine Einigung über Preise für April und Mai sowie für die Zukunft gibt. Diese sind nach massiver Erhöhung der Forderungen durch Russland strittig.

Im Mai werde die Ukraine 3,5 Milliarden Kubikmeter Gas abnehmen, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dadurch erhöhe sich die Forderung per 7. Juni um 1,7 Milliarden auf 5,2 Milliarden Dollar. Sein Unternehmen werde so viel Gas liefern, wie die Ukraine auch bezahle. Putin antwortet daraufhin, er hoffe, dass man nicht auf Vorkasse umstellen müsse.

Die EU hat ein Interesse an einer Einigung, weil zum einen große Teile des Gases für Europa durch Leitungen in der Ukraine fließen. Die EU-Kommission hat den Mitgliedsländern bereits eine Aufstockung ihrer Gas-Vorräte empfohlen (mehr hier). Zum anderen heizt die Kontroverse die politische Krise um die Zukunft der Ukraine an.

Deutschland bezieht rund ein Drittel seines Gases aus Russland. Auch wegen des milden Winters sind die deutschen Gasspeicher mittlerweile aber zu 70 Prozent gefüllt, mit steigender Tendenz. Die Reserven würden für zwei Monate des Durchschnittsverbrauchs reichen. Allerdings gilt auch hier, dass in den Sommermonaten deutlich weniger Gas nötig ist.

Kommentare

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  1. No-Euro sagt:

    Die USA freuen sich. Sie stehen ja schon mit ihrem Fracking bereit, um den Verlust aus Russland auszugleichen…

  2. omnipraesent sagt:

    Die Ukraine und EU halten sich sehr zurueck mit der Bezahlung der Ukraine Gasschulden, zudem muss man auch beruecksichtigen, dass die Ukraine fuer mehrere Millionen Dollar im Monat illegal abzapft. Wenn also ihre Speicher bis obenhin gefuellt sind, koennen sie die weiteren Verhandlungen zur Schuldentilgung Aussitzen, der Russe ist in dieser Hinsicht viel zu Gutmuetig, siehe dazu, zuerst droht er am 2. Juni den Gashahn zuzudrehen, wenn die 5,2 Milliarden nicht bezahlt sind, und jetzt gibt er sich mit diesem 778 Millionen zufrieden um die Frist wieder zu verlaengern. Ja merkt der Russe denn nicht, dass er da von beiden, EU Ukraine, mit dem Nasenring in der Manege rumgefuehrt wird.
    Das gleich gilt doch auch mit den Soldaten, der Russe zieht seine von der Grenze ab, und der sogenannte Westen beordert sie an die Grenzen Russland. Schon eigenartig die Reaktion auf das alles, obwohl Putin weiss, er hat wirklich keine Freunde bei den sogenannten Westaliierten, das Gegenteil ist der Fall sie wollen ihn vernichten ausradieren.

  3. Hans Würtz sagt:

    Nach Einstein sind in einem Kubikmeter Raum ungeheure Energien.
    Unsere Wissenschaftler sollten die Entwicklungen von Stanley Meyer fortsetzen. Er spaltete Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff – nicht mit der energie – fressenden Elektrolyse – sondern mit einem elektromagnetischen Resonanzverfahren hoher Spannung. Das Wasser diente quasi als “Katalysator”. Die dabei mit 1700% über der üblichen Elektrolyse liegende Wandlungseffizienz ist Teil, der von Einstein vorhergesagten Raumenergie (Nullpunktenergie elektromagnetischer Wellen des Quantenvakuums); das hat also mit einem Perpetuum Mobile nichts zu tun.

    Diese Art der Energiewandlung ist eine unerschöpfliche und absolut umweltfreundliche Energiequelle.
    Sie hinterläßt keine schädliche Strahlung und keine Stoffwechselprodukte.

    Das aus Wasserstoff und Sauerstoff bestehende Gasgemisch kann in unsere Gasnetze eingespeist werden; aber auch zum Antrieb von Raketen, Flugzeugen, Bahnen und Autos verwandt werden.

    Stanley Meyer können wir nicht mehr fragen! Was geschah am 21. März 1998:

    Stanley Meyer trank ein Glas Preiselbeersaft.
    Plötzlich stürzte er aus dem Restaurant.
    Er schrie: “Man hat mich vergiftet!”

    Dann brach er zusammen und starb.

    Offizielle Todesursache: Lebensmittelvergiftung.

  4. Samson sagt:

    Wenn die Ukrainer die Hälfte des Gases selbst produzieren
    und momentan in der Ukraine die Hälfte allen Gases als Vorrat gepumpft wird,
    dürfte ein Stop der Gaslieferung aus Rußland kein Problem sein.

    Dann wäre die Ukraine in der Lage die eine Hälfte welche sie selbst produziert
    der Bevölkerung zum Verbrauch zu geben und könnte halt nur nicht die Vorräte weiter autstocken.

    Halte ich persönlich für eine Lüge der Politiker über die tatsächliche Gasförderung in der Ukraine.

    Tatsachen sprechen für sich.
    Die Bevölkerung wird im Winter sehen was die Politiker in Kiew angerichtet haben.

  5. Hans von Atzigen sagt:

    Scheint da haben in der Ukraine und in der EU so einige die Fakten noch nicht geschnallt.
    Die UDSSR ist längst Geschichte, die Ukraine nicht mehr Teil dieses verblichenen Gebildes. Jetzt gilt das allgemein übliche Geschäftsleben Kunden die nicht Bezahlen werden nicht mehr beliefert. Arbeitgeber die den Lohn nicht mehr bezahlen sind die Mitarbeiter los. Da gibt es in allen Fällen eine sicher variable Kulanzspanne und Zeit danach ist Schluss.
    Zuerst den Russen mit allem Möglichen und ,,Unmöglichen,, drohen und gleichzeitig Gas unter Marktpreis oder sogar Gratislieferungen erwarten? Passt schlecht zusammen.
    Die EU will die Ukraine im eigenen Lager, die Ukrainer wollen ins Westlager.
    Wer A sagt muss zwangsläufig auch B sagen.
    Da gibt es nur 2 Möglichkeiten.
    a.) Die Probleme sachlich und einvernehmlich einer Lösung zuführen.
    b.) Die Differenzen auf dem Schlachtfeld ausfechten.
    Alles andere ist Kindergarten.
    Kann man bereits bei den Kleinsten beobachten, wenn die unterschiedlichen Meinung sind werden die auch mal handgreiflich, dann müssen die ,,Erwachsenen,, eingreifen.
    Tja, im Kindergarten der ,, Erwachsenen,, gibt es ganz einfach KEINE übergeordneten
    ,,Erwachsenen,,. So war es seit Menschengedenken, so ist es, so bleibt es bis ans Ende aller Tage.
    Freundliche Grüsse