Bilfinger startet den Verkauf seiner Tiefbau-Sparte

Der Dienstleistungs- und Baukonzern Bilfinger verkauft sein Tiefbau-Geschäft. Die Investmentbank Rothschild hat offenbar bereits erste Informationspakete an mögliche Käufer verschickt. Bilfinger will den wenig profitablen Tiefbau verkaufen und sich weiter auf die lukrativeren Dienstleistungen rund ums Bauen konzentrieren.

Bilfinger hat den Verkauf des Tiefbau-Geschäfts eingeleitet. Die Investmentbank Rothschild habe erste Informationspakete an mögliche Käufer verschickt, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Bankern zufolge könnte die Bilfinger-Sparte rund 200 Millionen Euro einbringen.

Bilfinger spreche vor allem Wettbewerber wie Strabag, Porr, Skanska, Vinci und Bouygues an, sagten die Insider weiter. Unverbindliche Gebote werden voraussichtlich im Juli fällig.

Strabag-Chef Thomas Birtel hatte vor kurzem erklärt, die Österreicher würden sich die Sparte anschauen. Wegen der zahlreichen Überschneidungen der beiden Firmen sei ein hohes Gebot aber unwahrscheinlich. Bilfinger, Rothschild und die möglichen Käufer lehnten eine Stellungnahme zu den Reuters-Informationen ab.

Bilfinger hatte Anfang Mai angekündigt, die Tiefbau-Sparte zu verkaufen. Die Sparte, die zu 80 Prozent aus Tiefbau mit Projekten wie dem U-Bahn-Bau in Berlin oder dem Gotthard-Tunnel zwischen der Schweiz und Italien besteht, war Bilfinger nicht profitabel genug.

Der Mannheimer Konzern konzentriert sich immer mehr auf die gewinnträchtigeren Dienstleistungen rund ums Bauen, etwa das Gebäudemanagement oder das Konzipieren, Modernisieren und Warten von Industrieanlagen und Kraftwerken.

Die Bausparte wies für 2013 einen operativen Gewinn (Ebita) von einer Millionen Euro aus, nach 25 Millionen Euro im Vorjahr. Analyst Gianmarco Bonacina von Equity SIM Research schätzt den Umsatz der zum Verkauf stehenden Aktivitäten auf 800 Millionen Euro im Jahr 2013 und beziffert den Betriebsverlust auf acht Millionen Euro.

„Ich gehe im Moment davon aus, dass Bilfinger die Sparte zu einem Unternehmenswert von 240 Millionen Euro verkaufen könnte“, sagte Bonacina. Marc Gabriel, Analyst beim Bankhaus Lampe, schätzt den Wert der gesamten Sparte, einschließlich der Teile, die Bilfinger behalten will, auf 255 Millionen Euro. Ein dritter Analyst, der nicht genannt werden wollte, erwartet, dass Bilfinger durch den Verkauf rund 100 Millionen Euro zufließen dürften.

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