Bilfinger will Verkauf des Tiefbaus zügig abschließen

Bereits innerhalb des kommenden Jahres will Bilfinger seine Tiefbau-Sparte verkaufen, so Konzern-Chef Koch. Während er den Tiefbau loswerden will, hält er gleichzeitig nach Zukäufen Ausschau. Interessant seien beispielsweise die USA.

Der Bilfinger-Konzern will den Verkauf seiner Tiefbausparte zügig unter Dach und Fach bringen. „Wir haben den Prozess gerade angestoßen“, sagte Bilfinger-Chef Roland Koch im Welt-Interview. Derzeit nehme man Interessenbekundungen anderer Firmen entgegen und bereite gleichzeitig das Unternehmen auf den Verkauf vor.

„Dieser Prozess soll im Interesse der Mitarbeiter und Kunden nicht länger dauern als unbedingt notwendig – wir gehen von maximal einem Jahr aus.“ Beim für dieses Jahr angepeilten Geschäftsvolumen des Bau- und Dienstleistungskonzerns müsse man abwarten, wie sich der Verkauf der Sparte auswirke. „Für 2014 haben wir in diesem Zusammenhang unsere Erwartungen von rund neun Milliarden auf gut acht Milliarden Euro im fortzuführenden Geschäft reduziert“, sagte Koch, der einst hessischer Ministerpräsident war.

Bankern zufolge könnte die Bilfinger-Sparte rund 200 Millionen Euro einbringen. Reuters hatte am Freitag von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren, dass die Investmentbank Rothschild erste Informationen an mögliche Käufer verschickt habe (mehr hier).

Bilfinger hatte Anfang Mai angekündigt, den Tiefbau zu verkaufen. Die Sparte, die zu 80 Prozent aus Tiefbau mit Projekten wie dem U-Bahn-Bau in Berlin besteht, ist dem Unternehmen nicht profitabel genug.

In dem von Wiesbaden aus gesteuerten Baugeschäft arbeiten weltweit 3.000 der insgesamt fast 74.000 Mitarbeiter, davon 1.700 in Deutschland. Der Mannheimer Konzern konzentriert sich immer mehr auf die gewinnträchtigeren Dienstleistungen rund ums Bauen, etwa das Gebäudemanagement oder das Konzipieren, Modernisieren und Warten von Industrieanlagen und Kraftwerken.

Während Koch den Tiefbau loswerden will, hält er gleichzeitig nach Zukäufen Ausschau. In den kommenden zwei Jahren stünden 800 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung. Bilfinger will in bestimmten Regionen aktiver werden.

„Bisher tätigen wir nur 20 Prozent unseres Geschäfts außerhalb von Europa. Das ist deutlich zu wenig“, sagte Koch. Interessant seien beispielsweise die USA. „Die Marktchancen dort werden in der deutschen Öffentlichkeit immer noch unterschätzt.“ Dabei wolle der Konzern seine bisherigen Schwerpunkte etwa im Nahen Osten, Indien oder Südafrika nicht aufgeben.

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